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Beim Holzschutz für Terrasse und Gartenholz fällt die Entscheidung fast immer zwischen drei Wegen: Lasur, Öl oder Lack. Alle drei sollen dasselbe leisten – das Holz vor Sonne, Regen und Frost bewahren, damit Diele, Zaun und Gartenmöbel nicht vergrauen, reißen und faulen. Sie tun das aber auf grundverschiedene Weise: Die Lasur legt sich offenporig über die Fasern, das Öl dringt tief ein, der Lack bildet einen dichten Film. Wer den Unterschied kennt, wählt für jedes Bauteil das passende System – und erspart sich das mühsame Abschleifen abgeplatzter Anstriche zwei Sommer später. Dieser Ratgeber führt Einkäufer und Verarbeiter strukturiert durch Eigenschaften, Gebrauchsklassen und Anwendung.

Kurz & knapp

Lasur, Öl und Lack unterscheiden sich im Wirkprinzip: Die Lasur ist offenporig und diffusionsoffen, schützt über Pigmente vor UV und blättert nicht ab; Öl dringt ein, betont die Maserung und lässt sich einfach auffrischen; Lack und Deckfarbe bilden einen dichten Film, der bei Feuchte aber unterwandert werden und abplatzen kann. Entscheidend sind außerdem die Gebrauchsklasse nach DIN EN 335, eine Holzfeuchte von möglichst unter rund 18 Prozent und ein sauberer, angeschliffener Untergrund. Wer im Herbst rechtzeitig vor Dauerfeuchte und Frost behandelt, geht auf der sicheren Seite in den Winter.

1. Holzschutz für Terrasse und Gartenholz: drei Wege, ein Ziel

Holz im Außenbereich hat es schwer. Es quillt bei Regen, schwindet in der Sonne, wird durch UV-Strahlung an der Oberfläche zersetzt und bietet Pilzen und Bläue einen Nährboden, sobald es dauerhaft feucht bleibt. Ein guter Holzschutz für Terrasse und Gartenholz setzt deshalb nicht bei einem einzelnen Produkt an, sondern bei einer Kette von Entscheidungen: dem konstruktiven Schutz, der richtigen Holzart, der passenden Oberflächenbehandlung und der sauberen Ausführung. Erst wenn diese Punkte zusammenpassen, hält die Verbindung aus Holz und Anstrich über viele Jahre.

Am Anfang steht der konstruktive Holzschutz – also alles, was verhindert, dass Wasser überhaupt lange auf dem Holz steht. Abgeschrägte Kanten, ausreichende Belüftung unter der Terrassendiele, Abstand zum Erdreich und ablaufendes statt stehendes Wasser verlängern die Lebensdauer oft stärker als jeder chemische Anstrich. Das Umweltbundesamt bringt es auf die Formel: konstruktiver Holzschutz vor chemischem Holzschutz (Umweltbundesamt). Der Oberflächenschutz mit Lasur, Öl oder Lack kommt danach – er ergänzt den baulichen Schutz, ersetzt ihn aber nicht.

Erst auf dieser Basis wird die Produktfrage sinnvoll. Lasur, Öl und Lack sind keine beliebig austauschbaren Varianten desselben Mittels, sondern drei Systeme mit klar unterschiedlichem Verhalten. Die Lasur ist der offenporige Allrounder für senkrechte, bewitterte Flächen wie Zäune und Fassaden. Das Öl ist der eindringende Spezialist für begehbare, waagerechte Flächen wie Terrassendielen. Der Lack ist die deckende Lösung für maßhaltige Bauteile wie Fenster, Türen und lackierte Gartenmöbel. Die folgenden Abschnitte ordnen jedem System seine Stärken und Grenzen zu.

1. Konstruktiver Schutz

Wasser ableiten, Kanten brechen, Bauteile belüften und vom Erdreich fernhalten – die wirksamste und günstigste Grundlage (Umweltbundesamt).

2. Gebrauchsklasse

Die Beanspruchung des Bauteils nach DIN EN 335 bestimmt, wie robust Holz und Anstrich sein müssen – bewittert ohne Erdkontakt ist GK 3.

3. Holzart

Die natürliche Dauerhaftigkeit unterscheidet sich stark je Holzart und ist in DIN EN 350 klassifiziert – sie beeinflusst den nötigen Schutz.

4. Oberfläche

Lasur, Öl oder Lack – das Wirkprinzip muss zum Bauteil, zur Lage und zur gewünschten Optik passen, nicht umgekehrt.

2. Gebrauchsklasse, Holzart und Holzfeuchte als Basis

Bevor überhaupt ein Gebinde geöffnet wird, lohnt der Blick auf zwei technische Grundlagen: die Beanspruchung des Bauteils und den Zustand des Holzes. Beides entscheidet, wie viel Schutz nötig ist und ob der Anstrich überhaupt hält.

Die Beanspruchung beschreibt die europäische Norm über die Gebrauchsklassen. Sie ordnet Holzbauteile nach ihrer Feuchtebelastung und dem Risiko eines biologischen Befalls ein (DIN EN 335). Für den Garten ist vor allem die Gebrauchsklasse 3 relevant: Holz, das frei bewittert ist, aber keinen dauernden Erdkontakt hat – also Terrassendielen auf einer belüfteten Unterkonstruktion, Zäune, Pergolen und Fassadenverkleidungen. Bauteile mit Erdkontakt oder ständiger Nässe liegen in höheren Klassen und verlangen deutlich mehr, als eine Oberflächenbehandlung leisten kann. Wer die Gebrauchsklasse seines Bauteils kennt, weiß, wie robust die Kombination aus Holzart und Anstrich sein muss.

Die zweite Grundlage ist die Holzart selbst. Ihre natürliche Dauerhaftigkeit gegen Pilze und Insekten ist in einer eigenen Norm klassifiziert (DIN EN 350). Ein von Natur aus dauerhaftes Holz braucht weniger chemischen Schutz als ein wenig dauerhaftes. Diese Einordnung erklärt, warum manche Terrassenhölzer jahrzehntelang auch unbehandelt halten, während andere ohne konsequente Pflege rasch aufgeben.

Gut zu wissen

Ein Anstrich hält nur auf ausreichend trockenem Holz. Vor der Behandlung sollte die Holzfeuchte möglichst unter rund 18 Prozent liegen (BFS-Merkblatt Nr. 18). Wird auf zu feuchtes Holz gestrichen, schließt der Anstrich die Feuchtigkeit ein – bei filmbildenden Systemen die häufigste Ursache für spätere Blasen und Abplatzungen. Ein einfaches Holzfeuchte-Messgerät gibt vor dem Streichen schnell Sicherheit.

3. Lasur: offenporiger UV-Schutz, der mitatmet

Die Lasur ist für viele bewitterte Holzbauteile das ausgewogenste System. Sie legt sich nicht als dichter Film über das Holz, sondern zieht teilweise ein und bleibt offenporig und diffusionsoffen. Das bedeutet: Wasserdampf kann aus dem Holz entweichen, die Oberfläche „atmet" und schließt keine Feuchtigkeit ein. Genau dieser Punkt macht die Lasur so gutmütig – weil kein dichter Film unterwandert werden kann, blättert eine Lasur nicht ab, sondern wird über die Jahre nur dünner.

Den entscheidenden Schutz gegen die Zersetzung durch Sonnenlicht leisten die Pigmente. UV-Strahlung baut das Lignin an der Holzoberfläche ab – das ist der eigentliche Grund, warum unbehandeltes Holz vergraut. Farbpigmente in der Lasur wirken wie ein Filter und halten die UV-Strahlung von den Fasern fern. Deshalb schützt eine farbige oder zumindest getönte Lasur spürbar länger als eine völlig farblose: Ohne Pigment fehlt der UV-Schutz, und das Holz vergraut trotz Anstrich. Für dauerhaft bewitterte Flächen ist eine kräftigere Tönung daher meist die haltbarere Wahl.

Fachlich wird zwischen dünnschichtigen und dickschichtigen Lasuren unterschieden. Dünnschichtlasuren dringen stärker ein und betonen die Struktur, dickschichtige Systeme bauen mehr Schichtdicke auf und nähern sich in ihrem Verhalten dem Lack an. Die Einteilung und Auswahl von Beschichtungssystemen für Holz im Außenbereich regelt eine eigene Produktnorm (DIN EN 927-1). Für senkrechte, gut ablaufende Flächen wie Zäune, Carports und Fassaden ist die Lasur in der Regel erste Wahl; auf stark begangenen, waagerechten Terrassendielen stößt sie dagegen an ihre Grenzen, weil dort mechanischer Abrieb dazukommt – hier spielt das Öl seine Stärke aus.

4. Öl und Terrassenöl: Schutz, der die Maserung betont

Auf begehbaren, waagerechten Flächen ist das Öl der klassische Weg. Ein Terrassenöl bildet keinen geschlossenen Film, sondern dringt in die oberen Holzschichten ein und schützt von innen heraus. Es sättigt die Fasern, reduziert die Wasseraufnahme und betont zugleich die natürliche Maserung – die Oberfläche wirkt warm und tief, nicht überzogen. Weil das Öl im Holz sitzt und nicht darauf, entsteht kein Film, der sich ablösen könnte.

Der größte praktische Vorteil ist die einfache Auffrischung. Wo eine Terrassendiele beansprucht ist, lässt sich Öl ohne aufwendiges Abschleifen einfach nachlegen: reinigen, trocknen lassen, neues Öl auftragen. Es gibt keine harte Kante zwischen alter und neuer Schicht, keine sichtbaren Ansätze, kein flächiges Entfernen des Altanstrichs. Genau diese Wartungsfreundlichkeit macht das Öl für Terrassen so beliebt – die Pflege ist Routine statt Renovierung.

Die Kehrseite: Öl schützt weniger dauerhaft gegen UV und muss regelmäßig erneuert werden, meist ein- bis zweimal pro Saison an stark bewitterten Stellen. Ein rein geöltes, unpigmentiertes Holz vergraut ebenfalls, wenn die Pflege ausbleibt – pigmentierte Terrassenöle wirken dem entgegen. Für Terrassendielen, Sitzflächen von Gartenmöbeln und andere Flächen, die man barfuß oder mit der Hand berührt, ist das Öl dennoch das angenehmste System, weil die Oberfläche natürlich und splitterarm bleibt.

Praxistipp

Tragen Sie Öl sparsam und in Faserrichtung auf und wischen Sie Überstände nach kurzer Einwirkzeit ab, bevor sie klebrig antrocknen. Ölgetränkte Tücher und Pads können sich durch Oxidation selbst entzünden – breiten Sie sie zum Trocknen einzeln flach aus oder bewahren Sie sie luftdicht in Wasser auf, bevor Sie sie entsorgen.

5. Lack und Deckfarbe: dichter Film mit Risiko

Lack und deckende Holzfarbe verfolgen einen anderen Ansatz: Sie bilden einen geschlossenen, dichten Film auf der Oberfläche. Dieser Film deckt die Maserung ab, liefert eine kräftige, gleichmäßige Farbe und schützt anfangs sehr gut vor Wasser und UV. Für maßhaltige Bauteile – Fenster, Außentüren, lackierte Zäune und Gartenmöbel – ist das genau richtig, weil dort eine geschlossene, pflegeleichte und farbstarke Oberfläche gewünscht ist.

Das Risiko liegt im Prinzip des Films selbst. Solange die Schicht rundum intakt ist, hält sie das Wasser zuverlässig ab. Bekommt sie aber einen Riss, eine offene Kante oder eine Fehlstelle – etwa an einer Stirnholzkante oder einer Kerbe – dringt Feuchtigkeit darunter und kann nicht mehr entweichen. Der Film wird unterwandert, das Holz quillt, und der Lack platzt großflächig ab. Anders als bei der Lasur reicht dann kein Überstreichen: Der lose Altanstrich muss abgeschliffen oder abgelaugt werden, bevor neu beschichtet werden kann. Auf stark quellenden, nicht maßhaltigen Bauteilen wie einfachen Terrassendielen ist ein deckender Lack deshalb heikel.

Daraus folgt eine klare Zuordnung: Lack und Deckfarbe gehören auf formstabile Bauteile mit intakten Kanten und gepflegtem Wartungsintervall. Wo ein Bauteil stark arbeitet, waagerecht liegt oder häufig mechanisch beansprucht wird, sind offenporige Systeme robuster, weil sie nicht schlagartig versagen, sondern langsam abwittern. Wer die deckende Optik trotzdem möchte, sollte auf ein geprüftes System für den Außenbereich und lückenlose Wartung achten.

Achtung

Ein abplatzender Lack ist nicht nur ein optisches Problem: Unter dem intakt wirkenden Film kann das Holz bereits durchfeuchtet sein und faulen, während die Oberfläche noch geschlossen aussieht. Prüfen Sie deckend beschichtete Außenbauteile regelmäßig an Kanten und Fugen und bessern Sie kleine Fehlstellen sofort aus, bevor Feuchtigkeit den Film großflächig unterwandert.

6. Lasur, Öl oder Lack im direkten Vergleich

Die drei Systeme lassen sich nicht nach „besser oder schlechter" ordnen, sondern nur nach Eignung für das jeweilige Bauteil. Die folgende Übersicht fasst die Kernunterschiede zusammen, die in der Praxis über die Wahl entscheiden – vom Wirkprinzip über die Optik bis zur Frage, wie aufwendig sich der Anstrich später erneuern lässt.

System Wirkprinzip Optik Auffrischung Ideal für
Lasur offenporig, diffusionsoffen, UV-Schutz über Pigmente Maserung sichtbar, getönt überstreichbar, blättert nicht ab Zäune, Fassaden, Carports
Öl dringt ein, sättigt die Fasern Maserung betont, warm einfach nachölen, keine Ansätze Terrassendielen, Sitzflächen
Lack / Deckfarbe dichter Film auf der Oberfläche deckend, gleichmäßig farbig Abschleifen nötig, kann abplatzen Fenster, Türen, Gartenmöbel

Für die meisten Gärten ergibt sich daraus eine einfache Aufteilung: Terrassendielen bekommen Öl, senkrechte bewitterte Flächen wie Zaun und Fassade eine Lasur, und maßhaltige, formstabile Bauteile wie Fenster oder lackierte Möbel einen deckenden Lack. Wichtig ist, ein System nicht gegen seine Natur einzusetzen – ein Lack auf einer stark arbeitenden Diele oder eine dünne farblose Lasur an der prallen Südfassade enttäuschen vorhersehbar.

Der beste Holzschutz ist der, der zum Bauteil, zur Lage und zum Wartungsrhythmus passt – nicht der mit dem dicksten Film oder der teuersten Rezeptur.

Unabhängig vom gewählten System entscheidet die Verarbeitung mit über das Ergebnis. Ein sauberer, satter Auftrag in Faserrichtung, ohne Pfützen und Läufer, bringt bei allen drei Wegen die längste Haltbarkeit – und dafür braucht es das passende Werkzeug. Für Lasur und Öl auf Holz hat sich ein spezieller Lasurpinsel bewährt, der das Mittel gleichmäßig verteilt und in die Poren einarbeitet:

7. Bläueschutz, Pilzschutz und chemischer Holzschutz

Neben der Bewitterung ist der biologische Befall die zweite große Bedrohung für Gartenholz. Am sichtbarsten ist die Bläue – ein Pilz, der das Holz zwar nicht in seiner Festigkeit zerstört, aber unschöne grau-blaue Verfärbungen verursacht und die Wasseraufnahme erhöht. Für verbautes Holz gibt es deshalb vorbeugende Bläueschutz- und Pilzschutzmittel, deren Wirksamkeit in einem genormten Laborverfahren nachgewiesen wird (DIN EN 152). Viele Lasuren und Grundierungen für den Außenbereich enthalten bereits einen solchen Filmschutz gegen Bläue und Algen.

Wichtig ist die Reihenfolge: Chemischer Holzschutz ist kein Ersatz für den baulichen und den Oberflächenschutz, sondern die letzte Stufe. Das Umweltbundesamt empfiehlt, biozide Holzschutzmittel nur dort einzusetzen, wo konstruktive Maßnahmen und die Wahl einer dauerhaften Holzart nicht ausreichen – vor allem bei tragenden Bauteilen (Umweltbundesamt). Für die frei bewitterte Terrassendiele ohne statische Funktion steht der konstruktive und der pflegende Schutz im Vordergrund; ein vorbeugender Bläueschutz ist sinnvoll, ein durchgreifender chemischer Holzschutz meist nicht nötig.

Wer zu einem biozidhaltigen Holzschutzmittel greift, sollte wissen, dass diese Produkte rechtlich als Biozidprodukte gelten und in Deutschland zulassungspflichtig sind (BAuA). Nur zugelassene Produkte dürfen in Verkehr gebracht und verwendet werden. Für die Praxis heißt das: auf die Kennzeichnung achten, die Gebrauchs- und Sicherheitshinweise befolgen und Mittel nur für den vorgesehenen Anwendungsbereich einsetzen. Reste gehören nicht in den Boden oder die Kanalisation, sondern fachgerecht entsorgt.

Gut zu wissen

Vergrautes Holz ist nicht automatisch geschädigtes Holz – die silbergraue Patina ist oft nur eine oberflächliche Vergrauung durch UV. Wer die ursprüngliche Farbe zurück möchte, reinigt die Fläche mit einem Entgrauer und trägt anschließend ein pigmentiertes Öl oder eine getönte Lasur auf. Wer die Patina mag, kann sie bewusst stehen lassen, sollte das Holz aber weiterhin gegen Feuchte und Bläue schützen.

8. Untergrund, Werkzeug, Zeitpunkt und Beschaffung

Das beste Produkt versagt auf dem falschen Untergrund oder zur falschen Jahreszeit. Damit Lasur, Öl oder Lack halten, muss der Untergrund sauber und tragfähig sein: Schmutz, Algen, loses Altmaterial und Vergrauung werden entfernt, die Fläche wird angeschliffen, damit das neue Mittel greift, und der Schliffstaub gründlich abgekehrt. Auf glänzenden Altlacken haftet ein neuer Anstrich nur nach dem Anschleifen; auf geöltem Holz wird gereinigt und nachgeölt, ohne dass ein Abschliff nötig ist.

Ebenso wichtig ist der Zeitpunkt. Ideal sind trockene, milde Perioden mit mäßiger Temperatur – nicht in der prallen Mittagssonne, die das Mittel zu schnell antrocknen lässt, und nicht bei drohendem Regen oder Nachtfrost. Für die Wintervorbereitung gilt: im Herbst rechtzeitig behandeln, bevor Dauerfeuchte und Frost einsetzen (BFS-Merkblatt Nr. 18). Ein Anstrich, der vor dem ersten Frost nicht vollständig durchgetrocknet ist, bindet nicht richtig ab. Und immer erst prüfen, ob die Holzfeuchte niedrig genug ist – möglichst unter rund 18 Prozent.

Schritt 1
Reinigen und entgrauen: Schmutz, Algen und lose Reste entfernen, Fläche vollständig durchtrocknen lassen.
Schritt 2
Anschleifen und entstauben, damit das Mittel greift; Holzfeuchte prüfen (möglichst unter rund 18 %).
Schritt 3
System wählen und satt in Faserrichtung auftragen – Öl auf Dielen, Lasur auf senkrechte Flächen, Lack auf maßhaltige Bauteile.
Schritt 4
Zweite Lage nach Herstellervorgabe, dann vor Frost und Dauerfeuchte vollständig durchtrocknen lassen.

Beim Werkzeug lohnt sich Qualität. Für Lasur und Öl auf Holz ist ein Lasurpinsel oder Flächenstreicher mit gut haltender Borste die richtige Wahl, weil er das Mittel gleichmäßig verteilt und in die Poren einarbeitet, ohne Läufer zu hinterlassen. Für deckende Lacke auf glatten Flächen ergänzt eine feinporige Lackwalze das Bild. Welcher Pinsel zu welchem Anstrich passt, zeigt der Ratgeber den richtigen Pinsel wählen; für filmbildende Lacke lohnt zusätzlich der Blick auf die passende Malerwalze. Eine Übersicht passender Werkzeuge für lasierende Anstriche bietet die Kategorie Malerwerkzeug für Lasur.

Weil zum Holzschutz je nach Anstrich unterschiedliches Zubehör gehört, lohnt der Blick auf die angrenzenden Sortimente nach Einsatzgebiet. Die folgenden Bereiche bündeln das passende Werkzeug für lasierende Anstriche, wasserbasierte und lösemittelhaltige Lacke:

  • Bauteil und Gebrauchsklasse bestimmt (bewittert ohne Erdkontakt = GK 3)
  • System zur Lage gewählt: Öl auf Dielen, Lasur senkrecht, Lack maßhaltig
  • Untergrund gereinigt, entgraut, angeschliffen und entstaubt
  • Holzfeuchte geprüft (möglichst unter rund 18 %)
  • Pigmentierung für UV-Schutz eingeplant, Bläueschutz bei Bedarf
  • Zeitfenster gewählt: im Herbst vor Dauerfeuchte und Frost

Für die Beschaffung heißt das: Wer eine ganze Terrasse, einen Zaun oder mehrere Gartenbauteile plant, denkt Menge, System und Zubehör von Anfang an zusammen. So vermeiden Sie Nachbestellungen mitten in der knappen Schönwetterphase. Lasur und Öl sollten zudem sachgerecht gelagert werden – wie Sie geöffnete Gebinde über den Winter bringen, zeigt der Ratgeber Bauchemie richtig lagern. Wer die Terrasse ohnehin überarbeitet, sollte auch den Unterbau prüfen: Wie Sie die Fläche darunter dauerhaft trocken halten, beschreibt der Ratgeber Balkon und Terrasse abdichten. Weitere Praxisthemen sammelt der Ampha-Blog, einen Überblick über das gesamte Sortiment gibt die Startseite, und den Hintergrund des Hauses finden Sie auf der Seite Über uns.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen fachlichen Orientierung. Für die konkrete Auswahl und Verarbeitung sind die Angaben des jeweiligen Produkt-Herstellers sowie die einschlägigen Normen und Merkblätter maßgeblich; bei tragenden Holzbauteilen gelten zusätzlich bauaufsichtliche Anforderungen.

9. Häufige Fragen zu Holzschutz für Terrasse und Gartenholz

Lasur, Öl oder Lack – was ist für die Terrasse am besten?

Für begehbare, waagerechte Terrassendielen ist in der Regel ein Öl die beste Wahl, weil es eindringt, die Maserung betont und sich ohne Abschleifen auffrischen lässt. Für senkrechte, bewitterte Flächen wie Zaun oder Fassade eignet sich meist eine Lasur, für maßhaltige Bauteile ein Lack. Entscheidend ist die Lage des Bauteils, nicht der persönliche Geschmack allein.

Warum blättert eine Lasur nicht ab, ein Lack aber schon?

Eine Lasur bleibt offenporig und diffusionsoffen: Sie bildet keinen dichten Film, der unterwandert werden könnte, und wittert daher nur langsam ab. Ein Lack bildet einen geschlossenen Film; bekommt dieser einen Riss, dringt Feuchtigkeit darunter, kann nicht mehr entweichen und lässt den Film abplatzen. Deshalb verhalten sich beide Systeme bei Feuchte grundlegend anders.

Wie oft muss ich Terrassenöl erneuern?

Das hängt von Bewitterung und Beanspruchung ab. Erfahrungsgemäß ist an stark belasteten Stellen ein- bis zweimal pro Saison ein Nachölen sinnvoll, an geschützten Flächen seltener. Der Vorteil: Nachölen ist ohne Abschleifen möglich – reinigen, trocknen lassen, neues Öl auftragen. Sichtbare Ansätze entstehen dabei in der Regel nicht.

Welche Holzfeuchte sollte das Holz vor dem Anstrich haben?

Möglichst unter rund 18 Prozent (BFS-Merkblatt Nr. 18). Auf zu feuchtem Holz schließt vor allem ein filmbildender Anstrich die Feuchtigkeit ein, was später zu Blasen und Abplatzungen führt. Ein einfaches Holzfeuchte-Messgerät schafft vor dem Streichen Klarheit; im Zweifel dem Holz nach Regen einige trockene Tage geben.

Wann ist der beste Zeitpunkt, Gartenholz zu behandeln?

In einer trockenen, milden Phase ohne pralle Mittagssonne und ohne drohenden Regen oder Nachtfrost. Für die Wintervorbereitung gilt: im Herbst rechtzeitig behandeln, bevor Dauerfeuchte und Frost einsetzen, damit der Anstrich vollständig abbinden kann. Frühjahr und Frühherbst sind dafür meist die günstigsten Zeitfenster.

Brauche ich zusätzlich ein chemisches Holzschutzmittel?

Für frei bewitterte Bauteile ohne statische Funktion in der Regel nicht: Konstruktiver Schutz, eine geeignete Holzart und ein pflegender Anstrich mit Bläueschutz reichen meist aus. Biozide Holzschutzmittel sollten nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich nötig sind (Umweltbundesamt); sie gelten als zulassungspflichtige Biozidprodukte und dürfen nur zugelassen verwendet werden (BAuA).

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