Acryl-Dichtstoffe von OTTO-CHEMIE
In dieser Kategorie finden Sie die Acryl-Dichtstoffe der Marke OTTO-CHEMIE für den Innenausbau. Acryl-Dichtstoffe auf Dispersionsbasis dienen dem Abdichten bewegungsarmer Anschlussfugen an Wänden und Decken – etwa zwischen Wand und Türrahmen, über Sockelleisten oder an Fensterbänken und Rollladenkästen. Ihr entscheidender Vorteil gegenüber Silikon ist die Überstreichbarkeit: Nach ausreichender Trocknung lassen sich die Fugen mit handelsüblichen Dispersionsfarben übermalen und optisch in die Fläche einbinden.
Für die Auswahl in dieser Warengruppe zählen vor allem drei Kriterien:
- zulässige Gesamtverformung der Fuge – wie viel Bewegung die Fuge aufnehmen muss
- Überstreichbarkeit und Anstrichverträglichkeit mit der geplanten Beschichtung
- Einsatzort innen oder bewittert außen
Für dauerhaft nassbeanspruchte Sanitär- oder Glasanschlüsse ist Acryl nicht der richtige Werkstoff – das passende Produkt liegt dann in der Kategorie Silikon.
Der OTTOSEAL® A 205 von OTTO-CHEMIE ist ein pastöser, standfester Acryl-Dichtstoff für die Versiegelung von Anschlussfugen im Innen- und Außenbereich. Er richtet sich an Maler, Stuckateure, Trockenbauer, Fenster- und Fassadenbauer sowie an Bau- und Renovierungsbetriebe, die eine überstreichbare, anstrichverträgliche Fugenlösung benötigen. Ausgeliefert wird er im Folienbeutel zu 400 ml in der Farbe Weiß (C01). Weitere Acryl-Dichtstoffe finden sich in der zugehörigen Kategorie.AnwendungsbereicheVersiegelung von Anschlussfugen im Sockel-, Wand- und Deckenbereich, einschließlich Fensterbänken und RollladenkästenVersiegelung von Anschlussfugen im Außenbereich mit Schutz vor WitterungseinflüssenEinsatz in Fugentechnik, Fenster-/Glas-/Fassadenbau, Sanitär-/Fliesen-/Keramikbereich, Trockenbau und Innenausbau, Industrie und Metallbau sowie im DenkmalschutzGeeignet für Anwendungen gemäß IVD-Merkblatt Nr. 12, 16, 20, 29, 31, 32 und 35.Eigenschaften im EinsatzDie zulässige Gesamtverformung von 18 % nach ISO 9046 (Herstellerprüfung) macht den Dichtstoff für große Fugenbewegungen geeignet; nach EN 15651-Teil 1 beträgt die zulässige Gesamtverformung 12,5 %. Die maximale Fugenbreite liegt bei 25 mm. Mit einer Shore-A-Härte von ca. 10 nach ISO 868 bleibt die Fuge dauerelastisch. Die Reißdehnung liegt bei ca. 450 %, die Zugfestigkeit bei ca. 0,35 N/mm² und der Dehnspannungswert bei 100 % bei ca. 0,3 N/mm² (jeweils nach ISO 37, Typ 3). Die Dichte beträgt ca. 1,7 g/cm³ nach ISO 1183-1, der Volumenschwund ca. 20 % nach ISO 10563.Der Dichtstoff ist überstreichbar und überlackierbar (Anwendungshinweise im technischen Datenblatt beachten) und nach DIN 52452 anstrichverträglich, ohne negative Wechselwirkungen mit bestehenden und angrenzenden Beschichtungen. Er neigt nicht zu Vergilbung oder Vergrauung und weist eine gute UV-Beständigkeit für bewitterte Bereiche auf. Der Temperaturbeständigkeitsbereich reicht von -20 °C bis +80 °C. Zudem ist das Material frostunempfindlich: Lagerung und Transport sind vorübergehend bis zu 48 Stunden bei maximal -10 °C möglich.VerarbeitungDie Verarbeitungstemperatur liegt zwischen +5 °C und +35 °C. Die Hautbildungszeit beträgt bei 23 °C / 50 % rLf ca. 4–10 Minuten und erlaubt zügige Arbeitsabläufe. Bei einer Viskosität von pastös und standfest lässt sich der Dichtstoff leicht mit Hand- oder Druckluftpistolen auftragen; die Ausspritzrate liegt bei ca. 300–370 g/min nach ISO 8394-1. Vor jeder Verarbeitung ist eine Probeverarbeitung durchzuführen.Normen und PrüfungenGeprüft nach EN 15651-Teil 1 (F EXT-INT 12,5 P)Brandverhalten nach EN 13501: Klasse EEMICODE® EC 1 Plus – sehr emissionsarmGütesiegel des IVD (Industrieverband Dichtstoffe e.V.), geprüft durch das ift – Institut für Fenstertechnik e.V., RosenheimFranzösische VOC-Emissionsklasse A+Deklaration in Baubook ÖsterreichKonform zur Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH)CE-KennzeichnungAbgrenzungAls Acryl-Dichtstoff ist der OTTOSEAL® A 205 auf überstreichbare Anschlussfugen mit begrenzter Bewegung ausgelegt. Für dauerhaft wasserbelastete Sanitärfugen oder Verglasungen mit hohen Bewegungsanforderungen sind Silikon- oder Hybrid-Dichtstoffe aus dem Sortiment vorzuziehen.
Inhalt: 0.4 Liter (8,38 € / 1 Liter)
Acryl oder Silikon – die richtige Wahl
Acryl-Dichtstoffe auf Dispersionsbasis sind der Standard für bewegungsarme Anschlussfugen im trockenen Innenausbau. Sie lassen sich überstreichen, vergilben und vergrauen nicht und binden sich sauber in geputzte oder gespachtelte Flächen ein. Silikon-Dichtstoffe bleiben dauerelastisch und nehmen größere Fugenbewegungen auf, lassen sich jedoch nicht überstreichen. Für Sanitärfugen, Glasanschlüsse und stark beanspruchte Dehnfugen finden Sie den passenden Werkstoff in der Kategorie Silikon-Dichtstoffe.
| Merkmal | Acryl (Dispersion) | Silikon |
|---|---|---|
| Überstreichbar | ja, mit Dispersionsfarben | nein |
| Typischer Einsatz | Anschlussfugen Wand/Decke, Sockel | Sanitär, Glas, Dehnfugen |
| Dauernassbereich | nicht bestimmt | geeignet |
| Verarbeitung | wasserbasiert, nicht unter +5 °C | vernetzungsabhängig |
Eigenschaften, Normen und Kennwerte
Der OTTOSEAL A 205 steht für das Profil dieser Warengruppe: ein einkomponentiger, wasserbasierter Acryl-Dichtstoff (GISCODE DA20) für innen und außen. Er nimmt eine zulässige Gesamtverformung von 20 % auf (Herstellerprüfung nach ISO 9046) und ist damit auch für größere Fugenbewegungen ausgelegt. Die Anstrichverträglichkeit ist nach DIN 52452 nachgewiesen, sodass keine Wechselwirkungen mit angrenzenden Beschichtungen zu erwarten sind. Das Produkt trägt die Emissionsklassifizierung EMICODE EC 1 Plus und ist nach ISO 11600 geprüft; die Leistung ist über eine Leistungserklärung nach EN 15651 erklärt. Gefertigt wird in Deutschland.
Untergrund, Verarbeitung und typische Fehler
Die Haftflächen müssen sauber, staub- und fettfrei sowie tragfähig sein. Nicht-poröse Untergründe werden mit einem Reiniger und flusenfreiem Tuch entfettet, poröse mechanisch von losen Teilen befreit; saugende mineralische Flächen werden zur Haftungsverbesserung angefeuchtet oder grundiert. Dispersionsacryle sind wasserhaltig und im frischen Zustand frostempfindlich – eine Verarbeitung unter +5 °C ist zu vermeiden. Die Oberflächenhaut bildet sich je nach Klima nach 20 bis 60 Minuten; regenfest ist die Fuge erst nach vollständiger Aushärtung.
Typische Verarbeitungsfehler
Der häufigste Fehler ist zu frühes Überstreichen: Wird der Anstrich vor der Durchtrocknung aufgebracht, reißt er bei Fugenbewegung auf. Bei Normklima (23 °C, 50 % rel. Luftfeuchte) sollte vor dem Überstreichen mindestens eine Woche Trocknung eingehalten werden. Ebenso kritisch ist der Einsatz im Dauernassbereich, für den Acryl nicht bestimmt ist – hier gehört ein Silikon in die Fuge.