Wer die Kellerdecke dämmen möchte, arbeitet an einer Fläche, die von unten frei zugänglich ist, keinen Eingriff in die Wohnräume verlangt und sich in vielen Häusern in Eigenleistung bearbeiten lässt. Dieser Ratgeber zeigt, wann das Gebäudemodernisierungsgesetz einen U-Wert von 0,30 verlangt, wie Sie die Plattenstärke aus dem Bestand ableiten, wie Dämmplatten mit PU-Klebeschaum fachgerecht verklebt werden und was bei Leitungen, Brandverhalten und Förderung zu beachten ist.
Werden auf der Kaltseite der Kellerdecke Dämmschichten oder Bekleidungen angebracht, gilt für Wohngebäude nach Anlage 7 des Gebäudemodernisierungsgesetzes in der Regel ein Höchstwert von U = 0,30 W/(m²·K). In der Beispielrechnung des BBSR reichen dafür bei einer typischen Massivdecke 9 Zentimeter Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035. Für eine dauerhafte Klebung entscheiden ein tragfähiger, trockener und staubfreier Untergrund, ein freigegebener PU-Klebeschaum und dicht gestoßene, versetzt verlegte Platten.
1. Kellerdecke dämmen: was die Maßnahme bringt
In vielen älteren Häusern trennt nur eine massive Rohdecke mit Estrich das beheizte Erdgeschoss vom unbeheizten Keller. Über diese Fläche fließt in der Heizperiode Wärme nach unten ab, und der Fußboden darüber bleibt kühl. Eine Dämmschicht an der Deckenunterseite bremst diesen Wärmestrom, ohne dass im Wohnbereich Böden oder Türen angefasst werden müssen.
„Die Dämmung der Decke zu unbeheizten Kellerräumen von unten ist eine einfache und in der Regel kostengünstige Maßnahme …“ – BBSR, GModG-Infoportal
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) weist zugleich auf die Möglichkeit von Eigenleistungen hin. Voraussetzungen sind die Zugänglichkeit der Decke und eine ausreichende verbleibende Raumhöhe; zu prüfen ist außerdem, welche Veränderungen an Leitungen und Beleuchtung nötig werden.
Eine Größenordnung liefert die Beispielrechnung des BBSR für eine typische massive Kellerdecke aus den 1950er- und 1960er-Jahren: Mit 9 Zentimetern Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 sinkt der U-Wert dort von 1,0 auf 0,28 W/(m²·K), und je Quadratmeter lassen sich jährlich 35 kWh Endenergie einsparen. Die Investitionskosten setzt das Berechnungstool für das Rechenjahr 2024 mit rund 69 Euro je Quadratmeter an; über 25 Jahre betrachtet ist die Maßnahme im Beispiel wirtschaftlich. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Zusage für das einzelne Haus: Energiepreis, Heizsystem und Ausgangs-U-Wert verschieben das Ergebnis.
2. GModG Anlage 7: wann der U-Wert 0,30 gilt
Das frühere Gebäudeenergiegesetz trägt inzwischen den Namen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die Höchstwerte für Bauteile, die in bestehenden Gebäuden erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut werden, stehen in Anlage 7 zu § 36. Für die Kellerdecke ist Nummer 6b einschlägig: Werden an Decken, die beheizte Räume nach unten zu unbeheizten Räumen abgrenzen, Deckenbekleidungen auf der Kaltseite angebracht, dürfen die betroffenen Flächen in Wohngebäuden U = 0,30 W/(m²·K) nicht überschreiten. Das BBSR misst auch die nachträglich angebrachte kaltseitige Dämmschicht in seiner Beispielrechnung an diesem Höchstwert.
Nach den Erläuterungen des BBSR greift die Anforderung, wenn mehr als 10 Prozent der Flächen des unteren Gebäudeabschlusses betroffen sind, also der Summe aller Wand- und Deckenflächen gegen Erdreich, nach unten gegen Außenluft oder gegen unbeheizte Räume. Wer die gesamte Kellerdecke eines Einfamilienhauses dämmt, liegt typischerweise darüber.
| Maßnahme an der Decke | Anlage 7 | Höchstwert U (Wohngebäude) |
|---|---|---|
| Dämmung oder Bekleidung an der Unterseite der Decke zum unbeheizten Keller | Nr. 6b | 0,30 W/(m²·K) |
| Ersatz oder erstmaliger Einbau einer Decke zum unbeheizten Raum | Nr. 6a | 0,30 W/(m²·K) |
| Neuer Fußbodenaufbau auf der beheizten Seite, also Dämmung von oben | Nr. 6c | 0,50 W/(m²·K) |
| Bekleidung auf der Kaltseite einer Decke über Außenluft, etwa über einer Durchfahrt | Nr. 6e | 0,24 W/(m²·K) |
Drei Sonderregeln sind für die Praxis wichtig:
- Bauteile ab 1984: Nach Fußnote 5 zu Anlage 7 müssen die Anforderungen der Nummer 6b nicht eingehalten werden, wenn die Bauteilfläche nach dem 31. Dezember 1983 unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften errichtet oder erneuert worden ist.
- Begrenzte Dämmdicke: Ist die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt, nach den Erläuterungen des BBSR etwa durch die Raumhöhe oder den Anschluss an Treppen, genügt nach Fußnote 1 die höchstmögliche Dämmschichtdicke mit λ = 0,035 W/(m·K); bei nachwachsenden Rohstoffen und eingeblasener Dämmung sind 0,045 W/(m·K) zulässig.
- Niedrig beheizte Nichtwohngebäude: Für Zonen mit 12 bis unter 19 °C Raum-Solltemperatur stellt Nummer 6b keine Anforderung.
Als Alternative nennt das BBSR die Dämmung an der Oberseite der Decke über einen neuen Fußbodenaufbau. Dafür gilt nach Anlage 7 Nummer 6c ein Höchstwert von 0,50 W/(m²·K); der Eingriff betrifft dann aber Beläge, Türen und Anschlüsse im Wohnbereich.
3. Dämmdicke bestimmen: vom Bestand zur Plattenstärke
Der U-Wert ist der Kehrwert des Wärmedurchgangswiderstands. Jede zusätzliche Schicht addiert ihren Widerstand, und der ergibt sich aus Dicke geteilt durch Wärmeleitfähigkeit. Daraus folgt eine Näherung für die Planung: Erforderliche Dämmdicke gleich λ mal der Differenz aus dem Kehrwert des Ziel-U-Werts und dem Kehrwert des Bestands-U-Werts.
Für 0,30 W/(m²·K) braucht der fertige Aufbau einen Widerstand von rund 3,33 m²·K/W; ein Zentimeter Dämmstoff mit λ = 0,035 W/(m·K) steuert rund 0,29 m²·K/W bei. Den Ausgangswert liefert eine Berechnung aus dem bekannten Schichtaufbau oder ein Tabellenwert. Das BBSR nennt für häufige Kellerdecken beispielhafte U-Werte und betont, dass die Baualtersklasse allein nur begrenzt Rückschlüsse zulässt. Mit diesen Werten ergibt die Näherung:
| Bestand (Beispiele nach BBSR) | U-Wert Bestand | Rechnerische Dämmdicke für U = 0,30 bei λ = 0,035 |
|---|---|---|
| Betondecke 1919–49: 16 cm Beton, 6 cm Verbundestrich | 1,94 W/(m²·K) | rund 10 cm |
| Massive Kellerdecke aus der BBSR-Beispielrechnung | 1,0 W/(m²·K) | rund 8,2 cm (im Beispiel gewählt: 9 cm, Ergebnis 0,28) |
| Betondecke 1949–57: 15 cm Beton, 2,5 cm Dämmung, 1 cm Estrich | 0,93 W/(m²·K) | rund 8 cm |
| Betondecke 1969–78: 14 cm Beton, 4 cm Dämmung, 4 cm schwimmender Estrich | 0,68 W/(m²·K) | rund 6,5 cm |
Die Ergebnisse sind gerundet und auf die nächste lieferbare Plattenstärke aufzurunden. Ist der Bestand unbekannt, hilft eine Obergrenze: Ohne Anrechnung der vorhandenen Decke ergeben sich für 0,30 W/(m²·K) bei λ = 0,035 W/(m·K) knapp 12 Zentimeter; tatsächlich genügt weniger, weil die Decke bereits einen Widerstand mitbringt. Holzbalkendecken bis 1918 und Kappendecken bis 1948 liegen in der BBSR-Tabelle bei 1,13 und 1,10 W/(m²·K), eignen sich aber nur bedingt für vollflächig geklebte Platten und gehören in die Hand eines Planers. Ob die errechnete Stärke eingebaut werden kann, entscheidet der Raum:
Jeder Zentimeter Dämmung geht von der lichten Höhe ab. Kopffreiheit an Durchgängen und unter Unterzügen vorab messen.
Kellertüren und Kellerfenster müssen sich weiter öffnen lassen. Stürze und Laibungen begrenzen die Stärke oft mehr als die Decke.
Rohre, Kabel und Lampen werden versetzt, abgehängt oder ausgespart.
Am Treppenlauf bleibt oft wenig Platz. Ist die Dicke technisch begrenzt, genügt nach GModG die höchstmögliche Dicke mit λ = 0,035.
4. Untergrund prüfen: tragfähig, trocken, staubfrei
Ein Klebeschaum hält nur so gut wie die Schicht, an der er haftet. Kellerdecken tragen oft alte Kalk- oder Leimfarbenanstriche, Schalölreste, Ausblühungen oder Putz mit Hohlstellen. Hängt eine Dämmplatte an einem kreidenden Anstrich, löst sich unter Umständen nicht die Klebung, sondern der Anstrich vom Beton. Vor der ersten Platte gehört die Fläche deshalb geprüft:
- Klopfprobe: Die Decke abklopfen. Hohl klingende Putzbereiche werden entfernt und tragfähig ergänzt.
- Kratz- und Wischprobe: Kreidende oder abblätternde Anstriche lösen sich unter dem Spachtel oder färben ab. Sie werden abgebürstet oder abgeschabt, bis ein fester Grund erreicht ist.
- Staub und Spinnweben: Die Decke wird gründlich abgekehrt, denn feiner Staub wirkt wie eine Trennschicht.
- Feuchte: Dunkle Flecken, Salzausblühungen oder muffiger Geruch sind ein Signal, die Ursache vor der Dämmung zu klären.
- Ebenheit: Mit einer langen Richtlatte prüfen. Leichte Unebenheiten gleicht der Schaum aus, deutliche Versätze nicht.
- Probeklebung: Ein Plattenstück verkleben und nach der im Datenblatt genannten Aushärtezeit abziehen. Reißt die Platte im Dämmstoff, ist der Untergrund in der Regel tragfähig; löst sich der Anstrich mit, muss er herunter.
Ein feuchter Keller ist kein Untergrund für eine Klebung; Dämmplatten verdecken das Problem nur und erschweren jede spätere Kontrolle. Woran sich aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchte erkennen lässt, beschreibt der Ratgeber Feuchter Keller: Ursachen erkennen und sanieren.
5. Kleben mit PU-Klebeschaum: Auswahl und Grenzen
Für Dämmplatten an der Kellerdecke kommen drei Befestigungsarten in Betracht: Klebeschaum aus der Dose, mineralischer Klebemörtel und Dübel, meist als Ergänzung zu einer Klebung. PU-Klebeschaum ist ein einkomponentiger, feuchtigkeitshärtender Polyurethanklebstoff, der mit einer Schaumpistole in Strängen aufgetragen wird.
| Befestigung | Stärken | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| PU-Klebeschaum | gebrauchsfertig, kein Wasser und kein Anmischen, geringes Gewicht über Kopf | Freigabe für Dämmstoff und Untergrund, Verarbeitungstemperatur, Wartezeit vor dem Ansetzen |
| Mineralischer Klebemörtel | je nach Produkt auch für mineralische Dämmplatten vorgesehen | Gewicht und Trocknungszeit, Anmischen im Keller, Reinigung |
| Zusätzliche Dübel | Sicherung, wenn die Tragfähigkeit des Untergrunds fraglich ist | Bohrungen in der Decke, verlegte Leitungen, Wärmebrücke am Dübel |
Nicht jeder Klebeschaum passt zu jedem Dämmstoff. Maßgeblich ist die Freigabe im technischen Merkblatt: für welche Dämmstoffe, etwa Polystyrol, Polyurethan-Hartschaum oder Mineralwolle, für welche Untergründe und für welche Einbaulage. An der Decke wirkt das Plattengewicht als Zug auf die Klebung, nicht als Druck wie bei einer Bodendämmung. Ein Füllschaum für Anschlussfugen ist in der Regel nicht für die flächige Verklebung vorgesehen. Ein Klebeschaum aus dem Sortiment ist nach Produktbeschreibung unter anderem für Dämmstoffplatten im Keller vorgesehen und gleicht leichte Unebenheiten aus:
Der PU700 Stein- und Holz-Klebeschaum von illbruck ist ein einkomponentiger, feuchtigkeitshärtender Klebstoff auf Basis von modifiziertem Polyurethan für die mörtelfreie Verklebung von Mauerwerk, Holzverkleidungen und Dä …
Wann eine Klebung allein trägt und wann mechanisch gesichert werden sollte, behandelt der Beitrag Kleben statt Bohren: was Montagekleber trägt. Weitere Klebe- und Füllschäume samt Zubehör bündelt die Kategorie PUR-Schaum & Zubehör:
6. Dämmplatten verkleben: der Ablauf an der Decke
Die Klebung geht schnell, die Qualität entsteht in der Vorbereitung:
Kellerräume sind im Herbst oft kühl. Schäume haben eine Mindestverarbeitungstemperatur für Dose, Untergrund und Umgebung, die im Datenblatt steht; weil der Schaum mit Luftfeuchtigkeit aushärtet, regelt das Merkblatt auch, ob der Untergrund angefeuchtet wird. Wie Temperatur und Taupunkt wirken, erklärt der Beitrag Dicht- und Klebstoffe bei Kälte verarbeiten; wie Schaumdosen frostfrei durch den Winter kommen, steht im Ratgeber Bauchemie richtig lagern.
Der gezeigte Klebeschaum enthält laut Produktbeschreibung Diphenylmethandiisocyanat (MDI) und ist nur bei ausreichender Belüftung oder mit geeignetem Atemschutz zu verarbeiten; Kellerräume sind oft schlecht belüftet. Tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe und halten Sie Druckgasdosen von Zündquellen fern. Was beim Umgang mit Isocyanaten für Lüftung, Schutzausrüstung und die Schulung gewerblicher Verwender gilt, fasst der Ratgeber PU-Schaum richtig verarbeiten zusammen.
Teilen Sie die Decke in Felder von wenigen Plattenreihen und verkleben Sie Feld für Feld. So arbeiten Sie mit frischem Schaum, behalten die Flucht im Blick und vermeiden, dass der Schaum eine Haut bildet, bevor die Platte sitzt.
7. Leitungen, Leuchten und Wandanschlüsse
Unter Kellerdecken verlaufen häufig Heizungs- und Warmwasserleitungen. Nach § 69 Absatz 2 GModG hat der Eigentümer dafür zu sorgen, dass die Wärmeabgabe bisher ungedämmter, zugänglicher Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, nach Anlage 8 begrenzt wird. Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, in denen der Eigentümer am 1. Februar 2002 selbst gewohnt hat, muss erst der neue Eigentümer nach einem späteren Eigentümerwechsel handeln, und zwar binnen zwei Jahren ab dem ersten Eigentumsübergang.
Praktisch heißt das: Leitungen werden vor der Deckendämmung gedämmt oder so geführt, dass Armaturen erreichbar bleiben. Leuchten und Abzweigdosen kommen mit Distanzstücken auf die neue Ebene; Arbeiten an der Elektroinstallation gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.
An den Rändern bindet die Decke in Außen- und Kellerwände ein, dort bleibt eine Wärmebrücke. Ob die Dämmung ein Stück an den Wänden heruntergeführt wird, klären Sie am besten mit einem Planer. Das BAFA zählt Maßnahmen zur Wärmebrückenreduktion, notwendige Arbeiten an Versorgungsleitungen und die Erneuerung energetisch relevanter Kellertüren zu den förderfähigen Leistungen bei Decken gegen unbeheizte Räume. Wo Rohre die Decke durchdringen, kommt die Luftdichtheit hinzu; die Grundlagen erklärt der Beitrag Luftdichte Anschlüsse vor der Heizperiode.
8. Brandverhalten: welcher Dämmstoff in welchen Keller
Dämmplatten, Klebeschäume und Bekleidungen haben ein definiertes Brandverhalten. Die Landesbauordnungen unterscheiden Baustoffe in nichtbrennbare, schwerentflammbare und normalentflammbare; leichtentflammbare Baustoffe dürfen in der Regel nicht verwendet werden. Europäisch wird nach DIN EN 13501-1 eingeteilt, von A1 und A2 mit keinem oder keinem bedeutenden Beitrag zum Brand über B, C, D und E bis F, bei der keine Leistung festgestellt ist; zusätzlich werden Rauchentwicklung und brennendes Abtropfen klassifiziert.
Welche Klasse an einer bestimmten Kellerdecke verlangt ist, ergibt sich aus dem Bauordnungsrecht des Landes und der Nutzung der Räume, nicht aus dem Dämmstoff allein. Auch Klebeschäume werden in der Regel nach ihrem Brandverhalten eingestuft; die Angabe steht im Datenblatt. Die Baustoffklasse beschreibt zudem nur das Material; auf die Feuerwiderstandsfähigkeit der Decke als Bauteil lässt sich daraus nicht schließen.
In Heizräumen, Räumen mit Brennstofflagerung und in Kellerfluren, die in Mehrfamilienhäusern zum Rettungsweg gehören, können strengere Anforderungen bis hin zu nichtbrennbaren Baustoffen gelten. Klären Sie das vor dem Einkauf mit der Bauaufsicht oder einem Fachplaner und wählen Sie Platte und Klebstoff passend dazu.
9. Förderung: BEG-Einzelmaßnahme und Eigenleistung
Die Dämmung von Geschossdecken gehört zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst, sofern der Bauantrag bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt. Nach Angaben des BAFA beträgt der Grundfördersatz 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben, das Mindestinvestitionsvolumen 300 Euro brutto, die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Den Bonus von 5 Prozent für einen individuellen Sanierungsfahrplan gewährt das BAFA erst ab förderfähigen Ausgaben von 30.000 Euro bei einer Wohneinheit; für eine reine Kellerdeckendämmung im Einfamilienhaus dürfte er daher oft keine Rolle spielen.
Für Selbermacher wichtig: Bei Eigenleistung fördert das BAFA nur die direkt mit der energetischen Sanierung verbundenen Materialkosten. Die fachgerechte Durchführung und die korrekte Angabe der Materialkosten bestätigt ein Energieeffizienz-Experte oder ein berechtigtes Fachunternehmen mit dem Verwendungsnachweis. Materialrechnungen müssen laut BAFA-Infoblatt den Namen des Antragstellers ausweisen und in deutscher Sprache ausgefertigt sein; aus Rechnungen oder Herstellerbescheinigungen müssen zudem Wärmeleitfähigkeit und Materialdicke der Dämmstoffe hervorgehen.
Die Antragstellung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Maßgeblich für die Förderung sind die Technischen Mindestanforderungen zum Zeitpunkt der Antragstellung, nicht der gesetzliche Höchstwert aus Anlage 7; Maßnahmen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, berücksichtigt das BAFA laut Infoblatt nicht. Legen Sie den Ziel-U-Wert deshalb mit dem Experten fest und klären Sie den Ablauf, bevor Sie Material bestellen oder mit den Arbeiten beginnen.
10. Fünf Fehler, die Kellerdeckendämmungen verderben
- Falscher Schaum: Füllschaum statt Klebeschaum oder ein Produkt ohne Freigabe für den Dämmstoff. Das Merkblatt entscheidet.
- Kalte Dosen: Der Schaum tritt ungleichmäßig aus und härtet langsamer. Dosen nach Herstellerangabe temperieren.
- Schaum in den Stoßfugen: Er drückt die Platten auseinander und hinterlässt sichtbare Kanten. Plattenränder beim Auftrag frei halten.
- Offene Stöße: Sie wirken als Wärmebrücken. Platten dicht stoßen, im Verband verlegen und Restfugen füllen.
- Leitungen vergessen: Ungedämmte Heizungsrohre unter der Decke bleiben eine Verlustquelle und sind nach § 69 GModG in der Regel ohnehin zu dämmen.
11. Material und Werkzeug zusammenstellen
Für eine Kellerdecke lohnt es sich, Material und Werkzeug als Paket zu planen. Den Bedarf an Klebeschaum ermitteln Sie aus der Deckenfläche und der Verbrauchsangabe im technischen Merkblatt, mit Zuschlag für Randplatten und Restfugen. Dazu kommen Werkzeug, Reinigungsmittel und Schutzausrüstung:
Pistolen, Reiniger, Besen und Schutzausrüstung führen eigene Kategorien:
Weitere Produkte für Montage und Ausbau führt die Kategorie Klebstoffe, passende Dosierwerkzeuge die Kategorie Schaumpistolen. Wer im Innenbereich auf geringe Emissionen achtet, findet die Kennzeichen im Beitrag Emissionsarme Bauprodukte; weitere Praxisthemen sammelt der Ampha-Blog.
12. Häufige Fragen zum Dämmen der Kellerdecke
Wie dick muss die Dämmung an der Kellerdecke sein?
Das hängt vom Bestand ab. In der Beispielrechnung des BBSR erreicht eine typische Massivdecke mit 9 Zentimetern Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 einen U-Wert von 0,28 W/(m²·K). Ohne Kenntnis des Bestands ergeben sich rechnerisch knapp 12 Zentimeter als Obergrenze; in der Regel genügt weniger.
Bin ich verpflichtet, die Kellerdecke zu dämmen?
Nach den Erläuterungen des BBSR stellt das GModG an Kellerdecken nur bedingte Anforderungen: Sie gelten, wenn eine der in Anlage 7 abschließend aufgelisteten Maßnahmen ausgeführt wird, etwa das Anbringen einer Bekleidung auf der Kaltseite. Ob im Einzelfall weitere Pflichten bestehen, klärt typischerweise ein Energieberater.
Halten mit PU-Klebeschaum verklebte Dämmplatten dauerhaft an der Decke?
Auf einem tragfähigen, trockenen und staubfreien Untergrund und mit einem für Dämmstoff und Einbaulage freigegebenen Klebeschaum in der Regel ja. Ist die Tragfähigkeit fraglich, schafft eine Probeklebung Klarheit; je nach Ergebnis wird der Untergrund vorbereitet oder zusätzlich mechanisch befestigt.
Was passiert mit Heizungsrohren unter der Kellerdecke?
Bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen sind nach § 69 GModG zu dämmen, mit einer Sonderregel für bestimmte selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser. Sinnvoll ist es, die Rohre vor der Deckendämmung zu bearbeiten.
Wird die Kellerdeckendämmung auch in Eigenleistung gefördert?
Je nach Fall ja: Das BAFA fördert bei Eigenleistung die direkt mit der Maßnahme verbundenen Materialkosten, wenn ein Energieeffizienz-Experte oder ein berechtigtes Fachunternehmen die fachgerechte Ausführung bestätigt. Der Grundfördersatz liegt laut BAFA bei 15 Prozent.
Welche Angaben brauche ich für ein Angebot über Klebeschaum und Zubehör?
Hilfreich sind die Deckenfläche in Quadratmetern, Art und Stärke der Dämmplatten, der Untergrund, die Kellertemperatur zur geplanten Bauzeit und die Zahl der Personen, die gleichzeitig kleben. Daraus lassen sich Dosenzahl nach Verbrauchsangabe, Pistolen, Reiniger und Zubehör in der Regel zügig ableiten.