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Wer seine Heizkörper streichen möchte, arbeitet gegen die Uhr: Der Lack braucht einen kalten, sauberen und angeschliffenen Untergrund, danach Zeit zum Durchtrocknen und gut gelüftete Räume. All das lässt sich vor dem ersten Aufheizen am einfachsten organisieren. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie den Bestand beurteilen, Rostnester vorbereiten, zwischen wasserbasiertem und lösemittelhaltigem Lack entscheiden und mit welchem Werkzeug Sie Zwischenräume und Rückseiten erreichen.

Kurz & knapp

Heizkörper werden in der Praxis und nach den Verarbeitungshinweisen von Lackherstellern kalt gestrichen. Den Ausschlag gibt die Vorbereitung: entfetten, Rostnester blank schleifen und grundieren, die übrige Fläche matt anschleifen. Für deckende Lacke auf Metall begrenzt die ChemVOCFarbV den VOC-Gehalt auf 130 g/l bei Wasserbasis und 300 g/l bei Lösemittelbasis. Pinsel und Walze müssen zum Lacksystem passen, aufgeheizt wird erst nach Freigabe im Merkblatt.

1. Heizkörper streichen vor der Heizperiode: warum der Oktober zählt

Ein Heizkörperanstrich hat feste Randbedingungen: Der Lack wird auf ein kaltes Bauteil aufgetragen, braucht danach Zeit zum Durchtrocknen, und der Raum muss gut gelüftet werden. In der Heizperiode kollidieren diese Bedingungen mit dem Alltag.

Das Umweltbundesamt rät deshalb, Renovierungen vor Beginn des Heizens zu erledigen, weil das Lüften dann am einfachsten und wirksamsten ist. Hohe Umgebungstemperaturen beschleunigen nach Angaben der Behörde zudem das Ausgasen und Aushärten der Materialien. Solange Farben und Lacke trocknen und durchhärten, gelangen flüchtige organische Verbindungen (VOC) in die Raumluft – je nach Produkt einige Tage bis Wochen, vor allem bei lösemittelhaltigen Produkten. Auch wasserbasierte Produkte geben in geringem Umfang VOC ab.

„Am besten renovieren Sie im späten Frühjahr, Sommer oder Herbst vor Beginn des Heizens. Dann ist das Lüften am einfachsten und effektivsten.“ – Umweltbundesamt, Raum für Raum renovieren

Die Regel, Heizkörper nur kalt zu streichen, ist keine Normvorgabe, sondern Praxiswissen des Malerhandwerks und findet sich in den Verarbeitungshinweisen von Lackherstellern. Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Auf warmem Blech verdunsten Wasser oder Lösemittel schneller, der Lack zieht an, bevor er verlaufen kann, und Ansätze bleiben sichtbar. Wer jetzt beginnt, kann einen Raum nach dem anderen fertigstellen, solange die Heizung noch nicht dauerhaft gebraucht wird.

Kalt streichen ist Herstellervorgabe, kein Normwert

Mindesttemperaturen, Überstreichzeiten und die Freigabe zum Wiederaufheizen unterscheiden sich je nach Produkt. Maßgeblich ist das technische Merkblatt des eingesetzten Lacks, nicht der Kalender.

2. Bestand prüfen: Bauform, Beschichtung und Schadensbild

Die Bauform bestimmt, wie viel Fläche schwer zugänglich ist; die vorhandene Beschichtung bestimmt, wie aufwendig die Vorbereitung wird. Die seit den 1960er Jahren gängigste Bauform ist laut Wikipedia der Plattenheizkörper aus kaltverformten, rollgeschweißten Stahlblechen, der lackiert oder pulverbeschichtet geliefert wird. Gliederheizkörper bestehen aus verschweißten Stahlblechelementen, Röhrenheizkörper aus Stahlrohr, Letztere vor allem im Bad. Rippenheizkörper aus Grauguss sind die älteste Bauform; sie tragen eine dicke Beschichtung, die die vom Formsand strukturierte Oberfläche ausgleicht. Die BG BAU hält fest, dass Heizkörper heute meist fertig lackiert montiert werden. Gestrichen wird also in den meisten Fällen über eine vorhandene Beschichtung.

BauformWerkstoff und AusgangsbeschichtungWorauf es beim Streichen ankommt
PlattenheizkörperStahlblech, lackiert oder pulverbeschichtetFront gut erreichbar, Konvektionsbleche und Rückseite nur mit langem Werkzeug
Gliederheizkörperverschweißte Elemente aus Stahlblechviele schmale Zwischenräume, gebogener Pinsel und schmale Walze
RöhrenheizkörperStahlrohr, häufig im Badrunde Profile, feuchtebelasteter Raum
Rippenheizkörper aus GussGrauguss mit dicker Beschichtung, bei Altanlagen Altanstriche möglichAltbeschichtung prüfen, tiefe Rippen, mehr Vorbereitung

Drei Befunde entscheiden über den Aufwand. Ist die Beschichtung intakt und nur vergilbt oder verkratzt, genügen Reinigen, Anschleifen und Lackieren. Einzelne Rostnester oder Abplatzungen werden lokal ausgeschliffen und grundiert, bevor die Gesamtfläche folgt. Ist die Altbeschichtung großflächig lose, stellt sich die Frage nach dem Entlacken. Eine glatte Werksbeschichtung, insbesondere eine Pulverbeschichtung, bietet einem neuen Lack ohne Anschliff wenig Halt; in der Praxis wird sie matt angeschliffen und an einer verdeckten Stelle probegestrichen. Betriebe dokumentieren Rost, Abplatzungen und Altanstriche am besten vor Beginn. Bei VOB-Verträgen nennt die ATV DIN 18363 in Abschnitt 3.1.1 eine ungeeignete Beschaffenheit des Untergrunds als möglichen Anlass für Bedenken nach § 4 Abs. 3 VOB/B, und das Ausbessern umfangreicher Schäden in der Altbeschichtung und im Untergrund führt sie in Abschnitt 4.2.1 als Besondere Leistung.

Altanstriche mit Vorsicht behandeln

Pigmente wurden früher oft aus Verbindungen mit Blei, Chrom oder Cadmium hergestellt. Laut Umweltbundesamt können sie in vorhandenen Anstrichen noch enthalten sein; die Behörde empfiehlt vorsorglich Atemschutzmasken und Schutzkleidung. Beim Heizkörper betrifft das vor allem das Schleifen alter Anstriche.

3. Vorbereitung: reinigen, entrosten, anschleifen

Ein Heizkörperlack ist nur so haltbar wie sein Untergrund. Die Reihenfolge folgt einer einfachen Logik: erst schützen, dann säubern, dann schleifen, zuletzt grundieren.

Schritt 1
Heizung abstellen. Heizkörper am Thermostat schließen und warten, bis das Blech vollständig kalt ist.
Schritt 2
Umgebung schützen. Boden mit saugfähigem Abdeckvlies auslegen, Ventile samt Thermostatkopf, Rohrdurchführungen und Wandanschluss mit Malerkrepp abkleben.
Schritt 3
Reinigen und entfetten. Staub aus Konvektionsblechen entfernen, Fettfilme mit dem vom Lackhersteller empfohlenen Reiniger abwaschen, nachspülen, trocknen lassen.
Schritt 4
Rostnester ausschleifen. Bis auf festen, blanken Untergrund, Ränder der intakten Beschichtung flach beischleifen.
Schritt 5
Matt anschleifen. Glanz brechen, ohne die Werksbeschichtung durchzuschleifen, Schleifstaub gründlich abnehmen.
Schritt 6
Blanke Stellen grundieren. Mit der Grundierung, die der Lackhersteller für Metall vorsieht; Überstreichzeit laut Merkblatt abwarten.

Wie das Abkleben ohne unterlaufende Kanten gelingt, beschreibt der Ratgeber Klebebänder richtig wählen; Bänder und Vlies führt die Kategorie Abdecken und Klebebänder.

Schleifen erzeugt Staub, bei alten Anstrichen auch belasteten. Für das Abtragen von Lack mit Abziehern oder Schleifern nennt das Umweltbundesamt eine partikelfiltrierende Halbmaske der Klasse P2 oder P3 als erforderlich; Schleifgeräte sollten einen Staubsammler haben. Die Vergabekriterien des Blauen Engels für Lacke sehen auf dem Gebinde den Hinweis vor, bei Schleifarbeiten einen Staubfilter P2 zu verwenden. Für den Handschliff mit dem Schleifklotz und für Schwingschleifer mit 115 Millimetern Arbeitsbreite eignet sich Schleifpapier von der Rolle:

Weitere Schleifmittel führt die Kategorie Schleifen. Für enge Zwischenräume hat sich in der Praxis ein schmaler Streifen Schleifpapier bewährt, der wie ein Schuhputztuch durch den Spalt gezogen wird.

4. Rost und Altbeschichtung: ausbessern oder entlacken?

Die meisten Heizkörper brauchen keine vollständige Entlackung, sondern eine gründliche lokale Ausbesserung. Das Umweltbundesamt bewertet Abbeizmittel als die am wenigsten umweltverträgliche und gesundheitsschädlichste Methode: Lösende Abbeizer enthalten große Mengen an Lösemitteln wie Aceton, Methanol oder Toluol, ätzende Abbeizer stark konzentrierte Laugen. Heißluftföhne lösen Lacke bei Temperaturen von über 500 °C, wobei giftige Dämpfe entstehen können. Die Behörde rät, diese Verfahren nur im Freien anzuwenden oder andernfalls unbedingt für gute Durchlüftung zu sorgen. Abgelöste Lackreste gehören laut Umweltbundesamt zum Sonderabfall.

Für Betriebe ergänzt die BG BAU, dass dichlormethanhaltige Abbeizer nicht mehr eingesetzt werden sollen und im gewerblichen Bereich seit Mitte 2012 nicht mehr verwendet werden dürfen. Während bei klassischen Bautenlacken im Handauftrag in der Regel auf Atemschutzfilter verzichtet werden kann, gehört beim Umgang mit Abbeizmitteln Atemschutz dazu. Im eingebauten Zustand lässt sich ein Heizkörper kaum vollständig entlacken; versagt die Altbeschichtung großflächig, ist die Bearbeitung außerhalb des Wohnraums der realistischere Weg, Ab- und Anbau übernimmt ein Heizungsfachbetrieb.

5. Lackwahl: wasserbasiert oder lösemittelhaltig

Die Lösemittelhaltige Farben- und Lack-Verordnung (ChemVOCFarbV) setzt die europäische Decopaint-Richtlinie, amtlich 2004/42/EG, in deutsches Recht um. Laut Umweltbundesamt gilt sie auch für Anstrichstoffe, die für fest mit dem Gebäude verbundene Bauteile wie Heizkörper geeignet sind. Ein deckender Heizkörperlack gehört typischerweise zur Kategorie d, den Beschichtungsstoffen für Holz, Metall oder Kunststoff, einschließlich Grund- und Zwischenbeschichtungsstoffen. Seit Stufe II, gültig ab 1. Januar 2010, liegt der Grenzwert dort nach Anhang II bei 130 g/l auf Wasserbasis und 300 g/l auf Lösemittelbasis, bezogen auf das gebrauchsfertige Produkt.

Für Rostschutzgrundierungen kann eine andere Kategorie gelten: Grundbeschichtungsstoffe für Eisensubstrate und Korrosionsschutzbeschichtungsstoffe nennt Anhang I bei den Einkomponenten-Speziallacken der Kategorie i, für die nach Anhang II 140 g/l auf Wasserbasis und 500 g/l auf Lösemittelbasis gelten. Welche Kategorie für ein Produkt maßgeblich ist, steht auf dem Etikett.

MerkmalWasserbasierter LackLösemittelhaltiger Lack
VOC-Grenzwert ChemVOCFarbV, Kategorie d130 g/l300 g/l
Lösemittelgehalt laut UmweltbundesamtDispersionslacke bis etwa 10 %High-Solid-Lacke 10 bis 30 %
Einordnunggeringste Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit (UBA), von der BG BAU bevorzugtHigh Solid laut UBA für Heizkörper im Heimwerkerbereich geeignet, mehr Lösemittel als Dispersionslack
Werkzeugvollsynthetische Borste, feiner Schaum, kurzer Polyesterflorlösemittelfeste Borsten und Bezüge, etwa Polyamid
Werkzeugreinigungoft Wasser und Handreiniger (UBA)Verdünnung, Reste als Sonderabfall
Lackresteeingetrocknet schadstoffarm: Hausmüll nach örtlichen Vorgaben (UBA)Sondermüll-Sammelstelle (UBA)

Die BG BAU empfiehlt in ihrer Broschüre von 2015, Dispersionslackfarben den Alkydharzlackfarben vorzuziehen; beide seien technisch vergleichbar. Aromatenhaltige Produkte sollten gegen aromatenfreie ausgetauscht werden. Bei wasserverdünnbaren Dispersionslackfarben zeigten Messungen im Handanstrich keine Grenzwertüberschreitungen; bei entaromatisierten und aromatenarmen Alkydharzlackfarben mit rund 25 % organischen Lösemitteln wurden die Arbeitsplatzgrenzwerte bis zu einer Verarbeitungsmenge von etwa 2,5 Litern pro Schicht eingehalten.

Eine Orientierung über den gesetzlichen Rahmen hinaus bietet der Blaue Engel DE-UZ 12a für emissions- und schadstoffarme Lacke. Die Vergabekriterien, Ausgabe Januar 2019, laufen in der Version 12 bis zum 31. Dezember 2027 und führen Heizkörperlacke ausdrücklich im Geltungsbereich. Bei der Rezepturprüfung richtet sich der zulässige VOC-Gehalt nach dem nichtflüchtigen Anteil und liegt bei 2, 8 oder 10 Masse-Prozent, alternativ sehen die Kriterien eine Emissionsmessung vor; als „geruchsarm“ darf ein solcher Lack nur nach bestandener Geruchsprüfung ausgelobt werden. Wie Umweltzeichen und Emissionsklassen zusammenhängen, erklärt der Beitrag Emissionsarme Bauprodukte und Raumklima.

Was auf dem Etikett stehen muss

Nach § 4 ChemVOCFarbV gehören auf das Etikett die Produktkategorie mit dem zugehörigen VOC-Grenzwert und der maximale VOC-Gehalt des gebrauchsfertigen Produkts, jeweils in g/l. Der Vergleich beider Werte zeigt, wie weit ein Lack unter dem Höchstwert liegt.

Darüber hinaus zählen die ausdrückliche Eignung für Heizkörper und die Angabe zur Temperaturbeständigkeit im Merkblatt, die Verträglichkeit mit der vorhandenen Beschichtung und eine Grundierung aus demselben System.

6. Werkzeug: Pinsel, Walze und Bügel für Rippen und Rückseiten

Schmale Zwischenräume, Konvektionsbleche und eine Rückseite wenige Zentimeter vor der Wand verlangen Werkzeug, das zuerst nach seiner Form gewählt wird; Borste und Walzenbezug müssen außerdem zum Lacksystem passen. Die Grundlagen behandeln die Ratgeber Den richtigen Pinsel wählen und Die richtige Malerwalze wählen; hier geht es um die Spezialformen.

Abgewinkelter Heizkörperpinsel

Der Kopf steht im Winkel zum Stiel und erreicht Zwischenräume, Unterkanten und den Bereich hinter dem Heizkörper.

Gebogener Plattpinsel

Für Kanten, Anschlussrohre und Ventilbereiche; die Pinselspitze bleibt im Blick.

Kleine Lackierwalze

Für glatte Fronten von Plattenheizkörpern und für Rohre; ein feiner, kurzer Bezug trägt dünn und gleichmäßig auf.

Heizkörperbügel

Ein langer Drahtbügel führt die Kleinwalze hinter den Heizkörper, bis an die Wand und in tiefe Nischen.

Für lösemittelhaltige Lacke werden Bezüge mit lösemittelfestem Flor verwendet, etwa aus Polyamid, der formstabil bleibt. Für Wasserlacke sind feine, dichte Schaumwalzen und Pinsel mit vollsynthetischer Borste ausgelegt. Das Sortiment ist danach gegliedert: Werkzeuge für wasserbasierte Lacke und für lösemittelhaltige Lacke, die Spezialformen in den Kategorien Heizkörperpinsel und Heizkörperwalzen. Wer beide Lacksysteme verarbeitet, greift zu einem abgewinkelten Heizkörperpinsel mit vollsynthetischer Borste, der für beide ausgelegt ist:

Für die Rückseite reicht ein Pinsel allein selten:

Heizkörperbügel für Rückseite und Zwischenräume: Der lange Bügel nimmt Kleinwalzen von 10 bis 12 cm Breite auf und führt sie zwischen Wand und Heizkörper. So wird auch die verdeckte Fläche gleichmäßig beschichtet, ohne den Heizkörper abzubauen.

Soll auch die Wandnische hinter dem Heizkörper neu gestrichen werden, ist das ein eigener Arbeitsgang mit Wandfarbe und einem dafür ausgelegten abgewinkelten Pinsel. Er kommt vor dem Heizkörperlack, damit Spritzer der Wandfarbe nicht auf der frischen Lackfläche landen.

7. Lack auftragen: dünn, in Reihenfolge, nach Merkblatt

In der Praxis beginnt man mit den schwer zugänglichen Bereichen – Zwischenräume, Rückseite, Unterkanten, Anschlüsse – und arbeitet sich zu den sichtbaren Flächen vor, von oben nach unten. Bei Plattenheizkörpern wird die Front mit der kleinen Walze aufgetragen und in einer Richtung nachgezogen.

Eine dünne, gleichmäßige Schicht ist einer dicken überlegen, die an Kanten zu Läufern neigt und länger zum Durchtrocknen braucht. Für den Schichtaufbau gibt die ATV DIN 18363 einen Anhaltspunkt: Eine Überholungsbeschichtung auf Metall ist im Innenbereich in einem Arbeitsgang herzustellen. Für Erstbeschichtungen auf Metall im Innenbereich sind eine Grund- und eine Schlussbeschichtung auszuführen, in feuchtebelasteten Räumen auf Stahlflächen zusätzlich eine Zwischenbeschichtung. Wo bis aufs blanke Metall geschliffen wurde, liegt an dieser Stelle wieder ein unbeschichteter Untergrund vor; dorthin gehört zuerst die Grundierung. Ob ein zweiter Auftrag oder ein Zwischenschliff nötig ist, steht im Merkblatt.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Lacke mit Pinsel oder Rolle statt mit der Spritzpistole aufzutragen. Wer sprüht, braucht laut Behörde einen Kombifilter A2/P2 und muss bei lösemittelhaltigen Lacken für gute Lüftung sorgen, weil dieser Filter leichtflüchtige Lösemittel nicht ausreichend zurückhält. Bei lösemittelhaltigen Lacken weist die Behörde zudem auf Brand- und Explosionsgefahr hin.

  • Heizung aus, Heizkörper vollständig kalt
  • Boden, Wandanschluss, Ventile, Thermostatkopf und Rohrdurchführungen geschützt
  • Fläche gereinigt, entfettet und trocken
  • Rostnester blank geschliffen und grundiert
  • Gesamtfläche matt angeschliffen und staubfrei
  • Lack, Grundierung und Werkzeug passen zum Lacksystem
  • Merkblatt gelesen: Verarbeitungstemperatur, Überstreichzeit, Freigabe zum Aufheizen
  • Querlüftung möglich, Raum während der Trocknung nicht bewohnt

8. Trocknen, lüften und die Heizung wieder einschalten

Das Umweltbundesamt rät, beim Renovieren eine Trocknungszeit von mindestens 24 Stunden einzuplanen, in der ein Großteil der Schadstoffe verdunstet. Für Lacke hält die Behörde ausreichendes Lüften auch in den ersten Tagen nach Abschluss der Arbeiten für notwendig. Gelüftet wird mindestens so lange, bis die Produkte richtig getrocknet sind, was in der Regel einige Tage dauert, oder bis kein auffälliger Geruch mehr wahrnehmbar ist, was einige Wochen dauern kann. Während der Trocknungsphase sollten Sie sich nicht im Raum aufhalten.

Für den Winter empfiehlt das Umweltbundesamt, die Räume nach dem Streichen kräftig durchzuheizen und gut zu lüften. Beim frisch lackierten Heizkörper geht die Freigabe im Merkblatt vor: Er bleibt aus, bis das Aufheizen freigegeben ist. Genau dieser Zielkonflikt spricht dafür, vor Beginn des Heizens zu streichen. In der Praxis läuft der Heizkörper nach der Freigabe zunächst auf niedriger Stufe, und gelüftet wird weiter, solange beim Aufheizen Geruch wahrnehmbar ist.

Pinsel werden zuerst auf Papier ausgestrichen; bei Dispersionslacken reichen laut Umweltbundesamt oft Wasser und Handreiniger. Verdünnungsmittel und viele Pinselreiniger bestehen nach Angaben der Behörde vollständig aus Lösemitteln, Hände werden damit nicht gereinigt. Lackreste gehören nicht in Spüle, Toilette oder Gully. Wie angebrochene Gebinde gelagert werden, beschreibt der Beitrag Bauchemie richtig lagern.

Praxistipp: Raum für Raum planen

Streichen Sie die Heizkörper eines Raums gemeinsam und schließen Sie ihn ab, bevor der nächste beginnt. Das Umweltbundesamt empfiehlt, einen Raum nach dem anderen zu renovieren, um VOC-Konzentrationen räumlich zu begrenzen und raumweise lüften zu können. Ein praktischer Nebeneffekt: Die Heizkörper der übrigen Räume bleiben nutzbar.

Wer im selben Raum Risse und Anschlussfugen schließt, findet die Besonderheiten der Innenarbeit in der Heizperiode im Ratgeber Risse in der Wand schließen.

9. Typische Fehlerbilder und ihre Ursachen

Die meisten Mängel an lackierten Heizkörpern gehen auf wenige Ursachen zurück:

  • Ansätze und Pinselspuren. Häufig war der Heizkörper noch warm oder der Lack zu dick, sodass er angezogen ist, bevor er verlaufen konnte.
  • Läufer an Kanten. Zu viel Material auf einmal; Kanten zuerst und dünn beschichten.
  • Abplatzungen nach wenigen Wochen. Untergrund nicht angeschliffen, nicht fettfrei oder glatte Werksbeschichtung ohne Probefläche überstrichen.
  • Rost schlägt durch. Rostnest nicht bis auf festen Untergrund ausgeschliffen oder ohne Grundierung.
  • Fasern in der Oberfläche. Walzenbezug nicht für das Lacksystem ausgelegt; nicht lösemittelfeste Bezüge können aufquellen und verfilzen.
  • Oberfläche bleibt weich. Schicht zu dick oder vor der im Merkblatt genannten Zeit aufgeheizt.
  • Geruch hält lange an. Lösemittelhaltiger Lack bei schlechter Lüftung; laut Umweltbundesamt kann der Geruch einige Wochen bleiben.

10. Material und Werkzeug für den Heizkörperanstrich

Für Handwerksbetriebe und Hausverwaltungen lohnt es sich, den Heizkörperanstrich als Bausatz zu planen: Schleifmittel, Abdeckvlies und Malerkrepp, Pinsel und Walzen passend zum Lacksystem, Heizkörperbügel in der benötigten Länge sowie Grundierung und Lack aus einem System. Gliederheizkörper und tiefe Plattenheizkörper brauchen mehr Spezialwerkzeug als flache Fronten.

Heizkörperanstrich
Pinsel, Walzen und Bügel für Heizkörper
Gebogene Lackpinsel und ein abgewinkelter Pinsel für Wandfarbe in der Heizkörpernische, Lackierwalzen für wasserbasierte und lösemittelhaltige Lacke sowie Heizkörperbügel für Rückseiten und Nischen.

Die Pinselformen für Lack und für die Wandnische dahinter sind in einer eigenen Kategorie zusammengefasst:

Walzen und Bügel, Werkzeuge nach Lacksystem, Schleifmittel und Abdeckmaterial ergänzen sich:

Die Kurzformel für den Heizkörper

Heizung aus, Umgebung schützen, entfetten, Rostnester blank schleifen und grundieren, matt anschleifen, Lack und Werkzeug nach System wählen, dünn auftragen, lüften und erst nach Freigabe im Merkblatt aufheizen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen fachlichen Orientierung und ersetzt weder eine Rechtsberatung noch die objektbezogene Beurteilung durch einen Fachbetrieb. Maßgeblich sind die ChemVOCFarbV in ihrer geltenden Fassung, die anerkannten Regeln der Technik, bei VOB-Verträgen die ATV DIN 18363, die Vorgaben der Unfallversicherungsträger sowie die technischen Merkblätter und Sicherheitsdatenblätter der eingesetzten Produkte. Arbeiten an der Heizungsanlage gehören in die Hand eines Fachbetriebs.

11. Häufige Fragen zum Heizkörper streichen

Muss der Heizkörper beim Streichen kalt sein?

In der Regel ja. Das ist keine Normvorgabe, sondern Praxis des Malerhandwerks und findet sich in Verarbeitungshinweisen von Lackherstellern. Die Heizung bleibt aus, bis das technische Merkblatt das Aufheizen freigibt.

Welcher Lack eignet sich für Heizkörper?

Je nach Artikel wasserbasierte oder lösemittelhaltige Lacke, die der Hersteller ausdrücklich für Heizkörper ausweist. Für deckende Lacke der Kategorie d gelten nach ChemVOCFarbV VOC-Höchstgehalte von 130 g/l bei Wasserbasis und 300 g/l bei Lösemittelbasis; der Blaue Engel DE-UZ 12a schließt Heizkörperlacke ein.

Wann darf die Heizung nach dem Streichen wieder laufen?

Das hängt vom Lack ab und steht im Merkblatt. Die mindestens 24 Stunden Trocknungszeit, die das Umweltbundesamt beim Renovieren einzuplanen rät, sind eine Untergrenze und keine Freigabe zum Aufheizen. In der Praxis läuft der Heizkörper nach der Freigabe zunächst auf niedriger Stufe.

Muss der alte Lack vollständig entfernt werden?

In der Regel nicht. Eine intakte Beschichtung wird gereinigt, angeschliffen und überlackiert, Rostnester werden lokal ausgebessert. Entlacken kommt typischerweise nur bei großflächig loser Altbeschichtung in Betracht.

Welches Werkzeug brauche ich für Rippen und die Rückseite?

Typischerweise einen abgewinkelten Heizkörperpinsel, einen gebogenen Plattpinsel, eine kleine Lackierwalze und einen langen Heizkörperbügel. Borsten und Bezüge müssen je nach Artikel zum Lacksystem passen.

Welche Angaben brauche ich für ein Angebot zu Werkzeug und Zubehör?

Hilfreich sind Anzahl und Bauform der Heizkörper, das vorgesehene Lacksystem, der Zustand der Altbeschichtung und ob auch die Wandnischen gestrichen werden. Daraus lässt sich das Material in der Regel zügig zusammenstellen.

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