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Wenn es an der Haustür zieht, liegt das selten an nur einer Stelle. Wer die Haustür abdichten will, hat es mit drei Dichtzonen zu tun: der Falzdichtung zwischen Türblatt und Rahmen, der Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk und dem Bodenanschluss an der Türschwelle. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie vor der Heizperiode den Befund aufnehmen, was sich am Falz einstellen lässt, wie eine Anschlussfuge nach IVD-Merkblatt 9 bemessen und erneuert wird und warum an der Schwelle die Planung beginnt.

Kurz & knapp

Zugluft und Feuchte an der Haustür kommen aus drei Zonen: Falz, Anschlussfuge und Schwelle. Am Falz kann schon das Nachstellen der Schließteile helfen, bevor eine Dichtung getauscht wird. Die äußere Anschlussfuge braucht laut IVD-Merkblatt 9 einen elastischen Dichtstoff mit 25 Prozent zulässiger Gesamtverformung, eine Mindestbreite je nach Rahmenwerkstoff und eine Hinterfüllung; innen genügen 12,5 Prozent, die Fuge muss dort aber luftdicht sein. Die Schwelle wird in der Regel an die Bauwerksabdichtung angeschlossen und entwässert, nicht zugespritzt.

1. Haustür abdichten: warum vor dem Winter drei Zonen zählen

Eine Haustür trennt Raum- und Außenklima, wird täglich bewegt und muss trotzdem dicht schließen. Laut Umweltbundesamt geht viel Energie durch Zugluft an Fenstern und Türen verloren; die Behörde rät, poröse und undichte Fenster und Türen abzudichten.

Zugluft ist dabei nur der spürbare Teil. Das IVD-Merkblatt Nr. 9 des Industrieverbands Dichtstoffe beschreibt, was in einer undichten Anschlussfuge im Winter geschieht: Raumseitig ist die absolute Luftfeuchte in der Regel höher als außen, das Dampfdruckgefälle treibt Wasserdampf in die Fuge, die feuchte Raumluft kühlt dort ab und fällt unterhalb der Taupunkttemperatur als Tauwasser aus. Die Folge ist ein durchfeuchteter Baukörperanschluss mit zusätzlichem Wärmebrückeneffekt und schlechterem Schallschutz.

Luft und Wasser kommen an drei Stellen durch: an der Falzdichtung, an der Anschlussfuge innen wie außen und am Bodenanschluss an der Türschwelle. Jede Zone versagt anders. Wer mit der Kartusche beginnt, bevor der Befund steht, dichtet leicht die falsche Stelle ab. Die Fenster im selben Haus behandelt der Ratgeber Zugluft am Fenster stoppen.

Vorsicht bei Gasetagenheizungen

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass viele Gasetagenheizungen ihre Verbrennungsluft direkt aus dem Aufstellraum ziehen. Klären Sie in diesem Fall vor dem Abdichten mit Schornsteinfeger oder Heizungsinstallateur, welche Maßnahmen möglich sind.

2. Falz, Fuge, Schwelle: die drei Dichtzonen im Vergleich

Die Übersicht ordnet jeder Zone Aufgabe, Fehlerbild und erste Maßnahme zu.

DichtzoneAufgabeTypisches FehlerbildErste Maßnahme
FalzdichtungLuft- und Regendichtheit der beweglichen FugeLichtspalt, Pfeifen bei Wind, Dichtung platt oder sprödeSchließteile einstellen, Profil prüfen und bei Bedarf tauschen
Anschlussfuge außenSchlagregen und Wind abhaltenFlankenabriss, Riss, Wasserspuren in der LaibungFuge erneuern, Dichtstoff mit 25 % ZGV, Hinterfüllung
Anschlussfuge innenRaum- und Außenklima luftdicht trennenZug am Rahmenrand, dunkle LaibungseckenLuftdicht verfugen, Dichtstoff mit mindestens 12,5 % ZGV
Schwelle und BodenanschlussWasser von vorn und unten abhaltenNasser Belag hinter der Tür, Ausblühungen am SockelEntwässerung prüfen, Anschluss an die Abdichtung planen

Für die Anschlussfugen gibt das IVD-Merkblatt 9 ein Ordnungsprinzip vor: außen die Ebene des Wetterschutzes, die Schlagregen weitgehend abhält; in der Mitte der Funktionsbereich für Wärme- und Schallschutz, der trocken bleiben muss; innen die Trennebene zwischen Raum- und Außenklima, die luftdicht sein muss. Feuchte aus dem Funktionsbereich muss nach außen entweichen können.

„Für die gesamte Konstruktion gilt das Prinzip ‚innen dichter als außen‘, damit sichergestellt wird, dass die in die Anschlussfuge eingedrungene Feuchtigkeit kontrolliert nach außen abgeführt wird.“ – IVD-Merkblatt Nr. 9

3. Befund aufnehmen: so finden Sie die undichte Stelle

Ein windiger, kühler Tag eignet sich für die Prüfung besonders, weil Druckunterschiede und Temperaturgefälle dann die Schwachstellen verraten. Notieren Sie jede Auffälligkeit mit Ort und Höhe.

Für den Falz eignet sich die Papierprobe: Ein Blatt Papier wird in den Falz gelegt, die Tür verriegelt und das Blatt herausgezogen. Lässt es sich ohne spürbaren Widerstand ziehen, fehlt dort Anpressdruck. Ergänzend zeigt eine Lichtprobe in der Dämmerung, außen Licht und innen dunkel, Spalte, die bei Tag kaum auffallen. An der Außenfuge prüfen Sie Haftung und Risse, innen sind dunkle Laibungsecken und Zug am Rahmenrand typische Hinweise.

  • Papierprobe am Falz an sechs Punkten: oben, Mitte und unten, auf Schloss- und Bandseite
  • Lichtprobe in der Dämmerung von innen durchgeführt
  • Falzdichtung umlaufend geprüft: in der Nut, elastisch, ohne Risse und ohne Lücken an den Ecken
  • Äußere Anschlussfuge: Haftung an beiden Flanken, keine Risse, kein einseitiger Abriss
  • Innere Anschlussfuge: geschlossen, kein Zug am Rahmenrand, keine dunklen Laibungsecken
  • Schwelle: Belag dahinter trocken, Wasser läuft vom Gebäude weg, Rinne frei

Gleichmäßiger Zug über die ganze Höhe spricht eher für eine gealterte Dichtung oder zu wenig Anpressdruck, punktueller Zug an einer Ecke eher für Verzug oder ein verstelltes Schließteil.

4. Falzdichtung und Beschläge: erst einstellen, dann tauschen

Eine Falzdichtung dichtet nur, solange sie gleichmäßig angedrückt wird. Diesen Anpressdruck erzeugen Bänder und Verriegelung mit ihren Schließteilen. Setzt sich der Rahmen, verstellt sich ein Schließteil oder verformt sich das Türblatt, entsteht ein Spalt, obwohl die Dichtung selbst noch intakt ist.

Bei Haustüren kommt das Verhalten zwischen zwei Klimaten hinzu: Im Winter steht die Tür innen im warmen Raumklima und außen in Kälte und Nässe, und das Türblatt kann sich wölben. DIN 18055 (Ausgabe 2020-09), die Kriterien für die Anwendung von Fenstern und Außentüren festlegt, führt das Differenzklimaverhalten als eigene Eigenschaft und enthält einen informativen Anhang zur maximal zulässigen Verformung von Türen. Ein Spalt, der nur bei Frost auftritt, ist kein Fall für eine dickere Dichtung; eine zweite Papierprobe an einem milden Tag zeigt, ob er witterungsabhängig ist.

Verformung im Differenzklima

Das Türblatt wölbt sich zwischen warmer und kalter Seite. Die Klärung gehört zum Türhersteller oder Fachbetrieb.

Schließteile verstellt

Die Dichtung ist intakt, liegt aber nicht an. Nach Herstelleranleitung nachstellen, dann die Papierprobe wiederholen.

Dichtung gealtert

Plattgedrückt, rissig, verhärtet oder aus der Nut gerutscht. Das Ersatzprofil wird nach Querschnitt und Nutform gewählt.

Rahmen bewegt sich

Lose Befestigung oder gesetzter Rahmen. Erst die Befestigung nachführen, dann Falz und Fuge erneut prüfen.

Viele Haustüren lassen sich an Bändern und Schließteilen nachjustieren; wie weit, steht in der Wartungsanleitung des Herstellers. Mehr Anpressdruck ist nicht automatisch besser: Eine Tür, die nur noch mit Kraft schließt, belastet Beschlag und Dichtung. Ist die Dichtung verbraucht, muss das Ersatzprofil in Querschnitt, Nutform und Härte zum Falz passen; in der Regel ist das ein Profil des Türherstellers. Schaumdichtungsbänder, wie sie das Umweltbundesamt für poröse und undichte Fenster und Türen nennt, sind an einer Haustür mit Nutdichtung eher eine Übergangslösung.

Zur Pflege vor dem Winter gehören das Reinigen der Dichtungen, das Schmieren beweglicher Beschlagteile und das Freimachen von Entwässerungsöffnungen im Rahmen. Für Betriebe mit mehreren Objekten bündelt ein Wartungsset die Sprays für Beschlag, Profil und Glas:

Eine Korrektur nach der anderen

Markieren Sie vor jeder Einstellung die Ausgangsposition der Schließteile, verändern Sie jeweils nur einen Punkt und wiederholen Sie danach die Papierprobe. So bleibt nachvollziehbar, welche Korrektur gewirkt hat.

5. Anschlussfuge am Rahmen: außen schlagregendicht, innen luftdicht

Für die Fuge zwischen Türrahmen und Baukörper beschreibt das IVD-Merkblatt Nr. 9 „Spritzbare Dichtstoffe in der Anschlussfuge für Fenster und Außentüren“ in der Ausgabe November 2014 die Grundlagen der Ausführung. Die Außenfuge muss gegen Schlagregen und Wind dicht sein, die raumseitige Fuge luftdicht, sichergestellt durch dauerhafte Haftung an den angrenzenden Bauteilen.

Außen ist laut Merkblatt wegen der größeren Temperaturschwankungen ein elastischer Dichtstoff mit einer zulässigen Gesamtverformung (ZGV) von 25 Prozent notwendig, klassifiziert als 25 LM oder 25 HM. Auf Untergründen mit geringerer Eigenfestigkeit wie Putzen, Porenbeton oder Wärmedämmverbundsystemen ist 25 LM zu bevorzugen; LM steht für einen niedrigen Dehnspannungswert. Raumseitig genügt eine ZGV von mindestens 12,5 Prozent.

Die Mindestfugenbreite ergibt sich laut Merkblatt aus den temperatur- und feuchtebedingten Maßänderungen der Rahmenprofile und aus der ZGV des Dichtstoffs. Tabelle 3 staffelt sie nach Werkstoff, Farbe, Profillänge und Einbausituation. Für Rahmenprofile bis 2,5 Meter Länge gilt:

RahmenwerkstoffStumpfer AnschlagInnenanschlag
Holzprofile10 mm10 mm
PVC hart, weiß15 mm10 mm
PVC hart und PMMA, dunkel20 mm10 mm
Harter PUR-Integralschaumstoff10 mm10 mm
Holz-Metall, hell10 mm10 mm
Holz-Metall, dunkel15 mm10 mm
Aluminium-Kunststoff-Verbund, hell10 mm10 mm
Aluminium-Kunststoff-Verbund, dunkel15 mm10 mm

Die Tiefe des Dichtstoffs leitet sich aus der Breite ab; Tabelle 4 des Merkblatts nennt 8 Millimeter Tiefe bei 10 Millimetern Breite, 10 Millimeter bei 15 und 12 Millimeter bei 20 Millimetern Breite. Damit diese Tiefe stimmt und der Dichtstoff nicht am Fugengrund haftet, gehört eine geschlossenzellige Rundschnur in die Fuge, deren Durchmesser laut Merkblatt um ein Viertel bis ein Drittel größer ist als die Fugenbreite. Warum die Haftung am Grund Fugen zerstört, erklärt der Ratgeber Dreiflankenhaftung vermeiden.

Im Bestand hakt es typischerweise an drei Stellen: Eine zu geringe Fugenbreite überfordert die ZGV und lässt eine Dreiecksfuge entstehen, ein vollständig ausgeschäumter Zwischenraum lässt keine Tiefe für die Hinterfüllung, und überquellender Montageschaum verunreinigt die Haftflächen; Abschneiden und Abkratzen reicht nach dem Merkblatt technisch nicht aus. Lässt sich die Fuge so nicht fachgerecht ausbilden, ist mit dem Dichtstoffhersteller eine Lösung nach dem Stand der Technik zu finden; zusätzlich hält das Merkblatt eine schriftliche Bedenkenanmeldung nach VOB/B § 4 Abs. 3 für sinnvoll.

Wer eine Holz-Haustür im Herbst noch überstreicht, sollte die Fuge mitdenken: Elastische Dichtstoffe und Dichtstoffe, deren Dehnvermögen größer ist als das der Beschichtung, dürfen laut Merkblatt nicht ganzflächig überstrichen werden; beim Beschichten des Rahmens ist das Übergreifen auf den Dichtstoff auf maximal 1 Millimeter zu begrenzen. Weiter überstrichen werden darf nur ein Dichtstoff, der die Beurteilung nach DIN 52452-4, Prüfmethode A3, erfüllt. Wie die innere Fuge in die luftdichte Ebene eingebunden wird, ergänzt der Beitrag Luftdichte Anschlüsse vor der Heizperiode.

Überstreichbarer Hybrid-Dichtstoff für Tür- und Fensteranschlüsse: Für Anschluss- und Dehnungsfugen zwischen Tür- oder Fensterrahmen und Mauerwerk ausgelegt, nach Herstellerangabe mit 25 Prozent zulässiger Gesamtverformung. Mit welchen Beschichtungen er überstrichen werden darf, steht im technischen Merkblatt.

Klassifizierte Dichtstoffe für Anschluss- und Bewegungsfugen führt die Kategorie Dichtstoffe; die Auswahlhilfe nach Anwendungsgebiet bündelt die Produkte rund um Fenster, Glas und Fassade:

6. Anschlussfuge erneuern: Schritt für Schritt nach IVD-Merkblatt 9

Eine gerissene oder abgelöste Außenfuge sollte nicht überspritzt, sondern erneuert werden. Der alte Dichtstoff wird vollständig ausgeschnitten. Die Haftflächen müssen laut Merkblatt eben, sauber, trocken, fettfrei, fest und tragfähig sein und frei von PUR-Schaumresten, Anstrichen, Versiegelungen oder Imprägnierungen, die Haftung und Aushärtung des Dichtstoffs beeinträchtigen. Für die Abdichtung legt das Merkblatt diese Reihenfolge fest:

Schritt 1
Haftflächen reinigen. Dichtstoff- und Schaumreste sowie lose Teile vollständig entfernen.
Schritt 2
Fugenränder abkleben. Selbstklebeband schützt Rahmen und Putz.
Schritt 3
Hinterfüllen. Geschlossenzellige Rundschnur gleichmäßig und ohne Verletzung auf die vorgesehene Tiefe eindrücken.
Schritt 4
Haftflächen vorbehandeln. Primer oder Reiniger nach Vorgabe des Dichtstoffherstellers auftragen und ablüften lassen; lösemittelhaltige Mittel nur bei guter Lüftung und nach Sicherheitsdatenblatt verarbeiten.
Schritt 5
Dichtstoff einbringen. Gleichmäßig, möglichst blasenfrei und mit gutem Kontakt zu beiden Flanken.
Schritt 6
Glätten und nacharbeiten. Oberfläche abziehen, Klebeband entfernen, Ränder mit wenig Glättmittel nachziehen, ablaufendes Glättwasser entfernen.

Die vom Hersteller vorgeschriebene Zeitspanne zwischen Voranstrich und Dichtstoff, als Mindest- und gegebenenfalls Höchstzeit, muss eingehalten werden. Als Glättmittel sind nur die vom Dichtstoffhersteller empfohlenen Mittel zulässig; sie dürfen keinen Film hinterlassen, weil ein aufreißender Film bei Dehnung Kerbwirkung erzeugen kann.

Rundschnüre in den passenden Durchmessern finden Sie unter Bänder & Schnüre, Primer und Haftreiniger unter Reiniger & Haftgrund. Wie Temperatur und Taupunkt im Herbst die Haftung beeinflussen, behandelt der Beitrag Dicht- und Klebstoffe bei Kälte verarbeiten. Das Merkblatt empfiehlt, besonders bei großen Bauvorhaben, ein Baustellenprotokoll mit Dichtstoff, Primer, Chargennummern, Materialtemperatur und Witterung.

7. Türschwelle und Bodenanschluss: ein Planungsdetail

Das IVD-Merkblatt 9 beschreibt Schwellenausbildungen als unteren Anschluss von Außen- und Fenstertüren zum Baukörper, der hinsichtlich Detailausbildung, Abgrenzung der Gewerke und Baufolge geplant und mit dem Auftraggeber abgestimmt werden muss. Für die Anforderungen verweist es noch auf DIN 18195 Teil 9. Diese ist abgelöst: DIN 18533-1 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“, aktuell in der Ausgabe 2026-06, ist Ersatz für die früheren Teile der DIN 18195, darunter Teil 9. Laut Änderungsvermerk wurden die Regelungen zu Tür- und Fensteranschlüssen überarbeitet. Was die Norm dort im Einzelnen verlangt, steht im Normtext, der nicht frei einsehbar ist; es gehört in die Planung, nicht in eine Faustregel.

Als Wasserbeanspruchung W4-E führt DIN 18533-1 Spritzwasser am Wandsockel sowie Kapillarwasser in und unter erdberührten Wänden; an diesen Sockelbereich grenzt der Bodenanschluss einer ebenerdigen Haustür in der Regel. Für Türen auf genutzte Dachflächen wie Dachterrassen nennt DIN 18531-1 (Ausgabe 2025-08) in Abschnitt 6.7 eine Anschlusshöhe der Abdichtung, die mindestens 15 Zentimeter über der Oberfläche des Belags betragen sollte. Mehr dazu zeigen die Ratgeber Balkon und Terrasse abdichten und Sockel- und Perimeterabdichtung.

Dem steht die Barrierefreiheit gegenüber. DIN 18040-2 (Ausgabe 2011-09) legt für Türen fest, dass untere Türanschläge und Schwellen nicht zulässig sind; sind sie technisch unabdingbar, dürfen sie nicht höher als 2 Zentimeter sein. Wo barrierefrei geplant wird, lassen sich Wasserschutz und niedrige Schwelle nur über das gesamte Detail zusammenbringen, etwa über die Entwässerung vor der Tür. Nachträglich mit Dichtstoff ist dieser Zielkonflikt kaum zu lösen.

Vor dem Winter möglich ist die Kontrolle: Läuft Wasser vor der Tür vom Gebäude weg, ist eine Rinne frei von Laub, sitzt das Schwellenprofil fest, und sind die seitlichen Fugen zwischen Schwelle, Rahmen und Laibung geschlossen? Sind sie mit Dichtstoff ausgeführt, gelten die Regeln aus Abschnitt 6; der Übergang zur Abdichtung unter der Schwelle bleibt Teil der Planung.

Die Schwelle nicht zuspritzen

Ein Dichtstoffwulst vor oder unter dem Schwellenprofil kann Entwässerungsöffnungen verschließen und Wasser genau dort festhalten, wo es abfließen soll. Er ersetzt auch nicht den Anschluss an die Bauwerksabdichtung. Steht nach Regen Wasser hinter der Schwelle, gehört das Detail in die Hand eines Fachbetriebs.

Abdichtungssysteme für Sockel und Bauwerk, an die der Schwellenbereich anschließt, führt diese Kategorie:

8. Reparieren oder ersetzen: was beim Türtausch gilt

Ist das Türblatt dauerhaft verzogen, die Dichtungsnut ausgebrochen oder der Rahmen beschädigt, steht der Austausch im Raum. Dann greift das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Nach § 36 sind Außenbauteile im Sinne der Anlage 7, die bei beheizten oder gekühlten Räumen erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut werden, so auszuführen, dass die dort festgelegten Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überschritten werden.

Für den Einbau neuer Außentüren nennt Anlage 7 unter Nummer 4 einen Höchstwert von U = 1,8 W/(m²·K), bezogen auf die Türfläche; ausgenommen sind rahmenlose Türanlagen aus Glas, Karusselltüren und kraftbetätigte Türen. § 36 nimmt Änderungen aus, die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Gebäudes betreffen. In Anlage 7 bilden Außentüren mit Fenstern, Fenstertüren, Dachflächenfenstern, Glasdächern und Vorhangfassaden eine Bauteilgruppe. Ob ein einzelner Türtausch darunter fällt, ist im Einzelfall zu prüfen.

Bei der Montage einer neuen Tür sind Anschlussfugen laut IVD-Merkblatt 9 innenseitig dauerhaft luftundurchlässig abzudichten. Gestützt auf DIN 18355 (VOB/C, Tischlerarbeiten) zählt das Merkblatt diese innere Abdichtung zu den Pflichten des ausführenden Betriebes, sie sollte im Angebot einkalkuliert sein; maßgeblich ist die vertraglich vereinbarte Fassung. Wie sich die Ebenen der Anschlussfuge ergänzen, erläutert der Ratgeber RAL-Fenstermontage und Dichtebenen.

9. Material und Beschaffung: die Haustür als Bausatz

Wer mehrere Türen betreut oder im Herbst eine Serie von Anschlussfugen erneuert, plant das Material zweckmäßig als Bausatz: Dichtstoff mit 25 Prozent ZGV für die Außenfuge, ein geeigneter Dichtstoff für die innere Fuge, Rundschnur in den benötigten Durchmessern, Reiniger und Primer passend zum Rahmenwerkstoff, Glätt- und Schneidwerkzeug sowie Rahmenschrauben, wenn die Befestigung nachgeführt werden muss. Ersatzdichtungen für den Falz kommen in der Regel vom Türhersteller.

Haustür-Ausrüstung
Dichtstoffe, Vorbehandlung und Werkzeug für die Anschlussfuge
Dichtstoffe für Anschlussfugen an Tür- und Fensterrahmen, Haftreiniger und Primer für unterschiedliche Rahmenwerkstoffe, Glätt- und Schneidwerkzeug sowie Rahmenschrauben für die Abstandsmontage.

Dichtstoffe, Reiniger und Haftgrund, Zubehör und Kartuschenpressen im Überblick:

Düsen, Glättspachtel und Kartuschenmesser finden Sie unter Zubehör für Dicht- und Klebstoffe, das gesamte Sortiment unter Dichtstoffe und Klebstoffe.

Die Kurzformel für die Haustür

Befund an Falz, Fuge und Schwelle getrennt aufnehmen, Schließteile vor dem Dichtungstausch einstellen, Außenfuge mit 25 Prozent ZGV in Mindestbreite und mit Hinterfüllung erneuern, innen luftdicht schließen und die Schwelle entwässern statt zuspritzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen fachlichen Orientierung und ersetzt weder eine objektbezogene Planung noch eine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die einschlägigen Normen, das Gebäudemodernisierungsgesetz in der jeweils gültigen Fassung, das IVD-Merkblatt Nr. 9 sowie die Unterlagen der Tür- und Dichtstoffhersteller. Angegebene Maße sind Orientierungswerte und im Einzelfall zu prüfen.

10. Häufige Fragen zum Abdichten der Haustür

Kann ich die Haustür selbst abdichten oder brauche ich einen Fachbetrieb?

Dichtungen reinigen, Schließteile nach Herstelleranleitung nachstellen und ein passendes Ersatzprofil einsetzen gelingt in der Regel auch ohne Fachbetrieb. Eine Außenfuge fachgerecht zu erneuern, verlangt Kenntnis von Dichtstoffklasse, Fugenbreite und Hinterfüllung. Schwelle und Anschluss an die Bauwerksabdichtung sind typischerweise ein Fall für den Fachbetrieb.

Warum zieht es an der Haustür nur bei Frost?

Eine mögliche Ursache ist das Verhalten zwischen zwei Klimaten: Das Türblatt steht innen warm und außen kalt und kann sich wölben, sodass die Dichtung an einzelnen Punkten nicht mehr anliegt. Eine Vergleichsprobe an einem milden Tag hilft bei der Einordnung; bleibt der Spalt, sind Einstellung und Dichtung zu prüfen.

Welcher Dichtstoff eignet sich für die Anschlussfuge außen?

Laut IVD-Merkblatt 9 ein elastischer Dichtstoff der Klasse 25 LM oder 25 HM, auf Untergründen mit geringerer Eigenfestigkeit wie Putz oder Porenbeton bevorzugt 25 LM. Raumseitig genügen mindestens 12,5 Prozent ZGV. Die Auswahl hängt je nach Artikel von Rahmenwerkstoff und Untergrund ab.

Wie breit muss die Fuge zwischen Türrahmen und Mauerwerk sein?

Das richtet sich nach Werkstoff, Farbe, Profillänge und Anschlagart. Für Profile bis 2,5 Meter nennt das IVD-Merkblatt 9 bei stumpfem Anschlag beispielsweise 10 Millimeter für Holz und 15 Millimeter für weißes Hart-PVC. Die Dichtstofftiefe folgt aus der Breite, etwa 8 Millimeter bei 10 Millimetern Breite.

Darf ich die Türschwelle mit Dichtstoff abdichten?

Die seitlichen Anschlussfugen an der Schwelle werden in der Regel mit Dichtstoff ausgeführt. Die Schwelle selbst ist ein Planungsdetail, das an die Bauwerksabdichtung angeschlossen und entwässert wird; ein Dichtstoffwulst vor dem Profil kann Entwässerungsöffnungen verschließen.

Welche Angaben brauche ich für ein Angebot zur Haustür-Abdichtung?

Hilfreich sind Rahmenwerkstoff und Farbe, laufende Meter und Breiten der Anschlussfugen innen und außen, die angrenzenden Untergründe, ob überstrichen wird und der Farbton. Daraus lassen sich Dichtstoff, Rundschnur, Vorbehandlung und Zubehör in der Regel zügig zusammenstellen.

Dichtstoff, Hinterfüllung und Zubehör für die Haustür anfragen

Sie haben Fugenlängen, Rahmenwerkstoffe und Untergründe aufgenommen und möchten das Material für eine oder mehrere Türen in einem Zug beschaffen? Teilen Sie uns die Eckdaten mit – Sie erhalten ein faires, transparent kalkuliertes Angebot.