Anker und Schwerlastbefestigung
In dieser Kategorie finden Verarbeiter Anker für die kraftschlüssige Befestigung hoher Lasten in Beton und Mauerwerk: Bolzenanker, Betonschrauben, Hinterschnitt- und Hochleistungsanker, Nagelanker sowie Injektionssysteme für die nachträgliche Montage von Stahlbau, Konsolen, Maschinen, Geländern und Fassadenunterkonstruktionen. Das Sortiment umfasst 164 Positionen des Herstellers fischer in verschiedenen Durchmessern, Verankerungstiefen und Werkstoffausführungen.
Die Auswahl richtet sich nach drei Fragen: Welcher Untergrund liegt vor und ist er gerissen oder ungerissen? Welche Last greift an, und ist die Verankerung sicherheitsrelevant? Und unter welchen Umgebungsbedingungen steht die Befestigung – innen, außen oder in korrosiver Atmosphäre? Daraus ergeben sich Ankertyp, Setztiefe, Randabstand und Werkstoff.
- Untergrund: Beton gerissen/ungerissen, Mauerwerk oder Naturstein
- Lastart und Sicherheitsrelevanz der Verbindung
- Korrosionsbelastung: verzinkt, feuerverzinkt oder nichtrostender Stahl
- Bauteildicke, Rand- und Achsabstände am Einbauort
Anker und Schwerlastbefestigung
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Ankertypen und ihre Funktionsweise
Schwerlastanker übertragen Zug- und Querlasten über Reibschluss, Formschluss oder Verbund in den Untergrund. Welches Prinzip trägt, entscheidet über Tragfähigkeit, Randabstand und Eignung für gerissenen Beton. Für tragende und sicherheitsrelevante Verankerungen ist eine Europäische Technische Bewertung (ETA) die Grundlage; die zulässigen Lasten gelten nur bei Einhaltung von Setztiefe, Bohrdurchmesser und Mindestabständen.
Bolzen- und Betonschraubanker
Bolzenanker wie der fischer FAZ II und der feuerverzinkte FBN II spreizen beim Anziehen über einen Konus und eignen sich für Durchsteckmontage in ungerissenem und – je nach Zulassung – gerissenem Beton. Betonschrauben der Reihe fischer UltraCut FBS II schneiden ihr Gewinde formschlüssig ins Bohrloch, lassen sich demontieren und benötigen keine Spreizkraft, was geringere Randabstände erlaubt.
Hinterschnitt- und Hochleistungsanker
Hinterschnittanker wie der fischer Zykon FZA verankern formschlüssig in einer aufgeweiteten Bohrlochzone und erreichen hohe Lasten bei kleinen Randabständen – typisch für Fassaden und sicherheitsrelevante Anwendungen. Der Hochleistungsanker FH II B kombiniert Spreizung mit großer Verankerungstiefe.
Nagel- und Injektionsanker
Nagelanker wie der FNA II erlauben schnelle Mehrfachbefestigung bei niedrigeren Lasten. Injektionssysteme mit Ankerhülse wie die fischer FIS H K verankern über Verbundmörtel und eignen sich auch für Lochstein und Mauerwerk.
| Typ | Prinzip | Untergrund | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Bolzenanker | Kraftschluss (Spreizung) | Beton | Stahlbau, Konsolen, Maschinen |
| Betonschraube | Formschluss (Gewinde) | Beton | demontierbare Befestigung, kleine Randabstände |
| Hinterschnittanker | Formschluss (Hinterschnitt) | Beton gerissen | Fassade, sicherheitsrelevant |
| Nagelanker | Kraftschluss | Beton | schnelle Mehrfachmontage, mittlere Last |
| Injektionsanker | Verbund (Mörtel) | Beton, Mauerwerk | randnah, Lochstein, hohe Last |
Untergrund, Korrosionsschutz und Verarbeitung
Bohrloch und Vorbereitung
Entscheidend sind der korrekte Bohrdurchmesser, die Bohrlochtiefe und eine saubere Bohrlochreinigung. Bohrmehlreste mindern bei Spreiz- und Verbundankern die Tragfähigkeit erheblich. Hammerbohren, Drehbohren oder Hohlbohrverfahren sind je nach Zulassung vorgegeben.
Korrosionsschutz
Für Innenräume genügt galvanische Verzinkung, im Außenbereich kommt Feuerverzinkung (HDG) zum Einsatz, in korrosiver oder dauerfeuchter Umgebung nichtrostender oder hochkorrosionsbeständiger Stahl (A4). Die Werkstoffwahl richtet sich nach der Nutzungsdauer und der Umgebungsklasse.
Typische Verarbeitungsfehler
Häufige Fehler sind zu geringe Randabstände, nicht erreichte Verankerungstiefe, fehlende Bohrlochreinigung, zu geringes oder zu hohes Anzugsdrehmoment sowie die Verwendung eines Spreizankers in gerissenem Beton ohne entsprechende Zulassung.
Abgrenzung zu Nachbarkategorien
Reine Verbundmörtel und Ankerstangen ohne Hülse finden Sie unter Chemische Befestigung. Kunststoffdübel für leichtere Lasten führt die Dübeltechnik, Schrauben ohne Spreizfunktion die Schraubtechnik. Trägerprofile für Mehrfachbefestigungen stehen unter Montageschienen und Zubehör.