Haftbrücken und Untergrundvorbereitung
Ob eine Abdichtung, ein Sanierputz oder eine Verklebung dauerhaft hält, entscheidet sich am Untergrund. In dieser Kategorie finden Sie Produkte, die den Verbund zwischen Untergrund und nachfolgender Schicht herstellen: mineralische Haftbrücken und Spritzbewürfe für saugende Flächen sowie Haftvermittler zur Reinigung und Aktivierung dichter Oberflächen. Sie kommen vor allem in der Altbau- und Mauerwerkssanierung, bei Sanierputzsystemen und vor dem Verkleben auf schwierigen Untergründen zum Einsatz.
Maßgeblich für die Wahl ist der Untergrund, nicht die Folgeschicht. Poröse, mineralische Flächen verlangen eine mineralische Haftbrücke, dichte Untergründe wie Metall, Kunststoff oder glasierte Fliesen einen Haftvermittler. Prüfen Sie vor der Auswahl:
- Saugverhalten des Untergrunds: porös oder nicht-porös
- Folgesystem: Putz, Abdichtung oder Kleb- und Dichtstoff
- Salz- und Feuchtebelastung des Mauerwerks
- Wartezeiten und Verarbeitungstemperatur
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Zwei Prinzipien der Untergrundvorbereitung
Die Produkte dieser Kategorie stellen den Verbund zwischen Untergrund und nachfolgender Schicht her und folgen dabei zwei unterschiedlichen Prinzipien: mineralische Haftbrücken für saugende, poröse Untergründe und lösemittelbasierte Haftvermittler für dichte, nicht-poröse Flächen. Welches Produkt passt, entscheidet der Untergrund, nicht die Art der Folgeschicht.
Mineralische Haftbrücken für Sanierputzsysteme
Der VANDEX Spritzbewurf WTA ist ein Werktrockenmörtel zur Herstellung von Haftbrücken auf mineralischen Baustoffoberflächen. Er gleicht unterschiedliche Saugfähigkeit aus, was besonders bei Mischmauerwerk zählt, und wird netzartig mit rund 50 Prozent Flächendeckung aufgebracht sowie spritzrau belassen – nicht als geschlossene Fläche. Im Sanierputzaufbau folgt der VANDEX Porengrundputz WTA, ein Ausgleichsputz mit hohem Luftporengehalt, der bauschädliche Salze einlagert und über seine kapillare Saugfähigkeit den Verbund zum Sanierputz sichert.
Haftvermittler für nicht-poröse Untergründe
Auf Metall, Kunststoff, glasierten Fliesen oder lackierten Flächen greifen mineralische Haftbrücken nicht. Hier reinigt und aktiviert der Sika Haftreiniger-1 die Fügefläche vor dem Verkleben oder Abdichten mit Kleb- und Dichtstoffen. Er wird dünn mit einem fusselfreien Vlies aufgetragen; die angegebene Ablüftzeit ist einzuhalten, bevor der Kleb- oder Dichtstoff folgt.
Auswahl nach Untergrund und typische Fehler
| Untergrund | Produkttyp | Beispiel |
|---|---|---|
| Poröse mineralische Flächen (Ziegel, Beton, Mauerwerk) | Mineralische Haftbrücke / Spritzbewurf | VANDEX Spritzbewurf WTA |
| Feuchtes, salzbelastetes Mauerwerk | Ausgleichs- und Grundputz als Salzspeicher | VANDEX Porengrundputz WTA |
| Nicht-poröse Flächen (Metall, Kunststoff, Glas, Lack) | Haftvermittler / Aktivator | Sika Haftreiniger-1 |
Wiederkehrende Fehler entstehen weniger am Material als an der Verarbeitung: Ein Spritzbewurf, der vollflächig geschlossen statt netzartig aufgezogen wird, unterbindet den kapillaren Verbund. Werden Wartezeiten vor der Folgeschicht nicht eingehalten, reißt der Putz. Ein Haftvermittler, der zu dick aufgetragen oder außerhalb der Ablüftzeit überklebt wird, kann die Haftung sogar schwächen. Und mineralische Haftbrücken haben auf dichten Untergründen nichts zu suchen.
Abgrenzung zu benachbarten Systemen
Diese Kategorie behandelt allein die Haftvorbereitung vor der eigentlichen Schicht. Für die Abdichtung im Betonquerschnitt selbst sind kristalline Zusatzmittel vorgesehen, für die nachträgliche Sperre gegen aufsteigende Feuchte die Verkieselungsmaterialien.